Die häufigsten Fragen zu Oberbauchschmerzen:

Wie fühlen sich Oberbauchschmerzen an?

Derartige Beschwerden werden meist als ziehender, drückender oder stechender Schmerz im Rumpfbereich zwischen unterem Rippenbogen und Bauchnabel beschrieben.

Welche Ursachen können Oberbauchschmerzen haben?

Eine Reihe verschiedener Gründe kann die Symptome auslösen. Dazu gehören etwa Reizmagen, Refluxkrankheit oder Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Wann zum Arzt mit Oberbauchschmerzen?

Einen Arzt sollten Sie bei plötzlichen, sehr starken, mit der Zeit schlimmer werdenden Schmerzen aufsuchen. Ebenso, wenn Symptome wie ein harter und aufgeblähter Bauch, Ohnmacht oder hohes Fieber (39,1 Grad Celsius*) hinzukommen.

Wie diagnostiziert der Arzt die Oberbauchschmerzen?

Ihm stehen dazu beispielsweise Methoden wie Ultraschalluntersuchungen, Magen-, Darm- oder Bauchspiegelungen sowie Blut- und Stuhlproben zur Verfügung.

Wie werden Oberbauchschmerzen behandelt?

Schmerzen im Oberbauch werden auf Grundlage der jeweiligen Ursache behandelt. Hierfür können Ernährungsumstellungen, Medikamente oder operative Eingriffe nötig werden.

*s. Quelle 1

Was sind Oberbauchschmerzen?


Unter Schmerzen im Oberbauch verstehen Mediziner im Allgemeinen drückende, stechende, ziehende oder krampfartige Beschwerden im Rumpfbereich (Epigastrium) zwischen unterem Rippenbogen und Bauchnabel. Das Areal unterhalb des Bauchnabels hingegen gilt als Unterbauch. Häufig werden die Oberbauchschmerzen als wellen- oder anfallsartig, seltener als durchgängig beschrieben und haben eine oftmals nicht eindeutig zu bestimmende Schmerzquelle. Konkret bedeutet das, dass in manchen Fällen auch ein Wandern oder Ausstrahlen der Schmerzen im Bereich des oberen Bauchs möglich ist (Schmerzprojektion).

Je nachdem, welche Ursachen für die Oberbauchschmerzen verantwortlich sind, treten mitunter zusätzliche Symptome auf. Dazu zählen beispielsweise:

In der Regel sind Beschwerden dieser Art auf die in der entsprechenden Bauchregion beherbergten Organe zurückzuführen. Somit können bei Schmerzen im Oberbauch zum Beispiel Magen, Zwölffingerdarm, Leber oder Milz betroffen sein. Auch Probleme mit dem Herzen oder der Lunge sind denkbar.

Welche Ursachen können Oberbauchschmerzen haben?


Bei Schmerzen im Oberbauch handelt es sich um ein eher unspezifisches Symptom. Das bedeutet, es ist nicht oder nur bedingt auf eine einzelne Erkrankung zurückzuführen. Dementsprechend sind unterschiedliche Gründe möglich, die für die Beschwerden verantwortlich sein können. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Gallensteine (auskristallisierte Gallenflüssigkeit)
  • Lebererkrankungen (etwa Leberzirrhose)
  • Herzerkrankungen (beispielsweise Herzinfarkt)
  • Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
  • Stoffwechselerkrankungen
  • selten: Aneurysma der Bauchaorta (Aussackung der Hauptschlagader im Bauch) sowie Tumore

Ebenso ist es möglich, dass eine hohe psychische Belastung (etwa durch Stress im Alltag) oder Probleme im Bereich der Wirbelsäule (zum Beispiel Brustwirbelblockade, Wirbelkörperfraktur) mitverantwortlich für die Oberbauschmerzen sind. Häufig ist hierbei zu beobachten, dass die eigentlich an anderer Stelle gelagerten Schmerzherde in den oberen Bauchbereich hineinstrahlen.

Oberbauchschmerzen links, mittig oder rechts — was kann das sein?

Je nachdem an welcher Stelle die Schmerzen auftreten, können auch Probleme mit den jeweils dort liegenden Organen als Auslöser benannt werden. Während beispielsweise Erkrankungen der Milz oder des Magens in manchen Fällen eher für linksseitige Beschwerden sorgen können, spricht man Gallensteinen oder Krankheiten der Leber vermehrt rechtsseitige Symptome zu. Mittig gelagerte Oberbauchschmerzen hingegen können ein möglicher Hinweis auf Probleme mit der Bauchspeicheldrüse sein. Diese Verortung der Schmerzen ist jedoch selten wirklich eindeutig und sollte aus diesem Grund stets durch eine ärztliche Diagnose bestätigt werden.

Oberbauchschmerzen: Wann zum Arzt?


Grundsätzlich ist es immer ratsam einen Arzt aufzusuchen, wenn Bauchschmerzen über die gängigen leichten Symptome (etwa nach einer zu üppigen Mahlzeit oder dem Glas Wein zu viel) hinausgehen. Beginnen die Schmerzen plötzlich, sind sehr stark und verschlimmern sich im Laufe der Zeit, ist Vorsicht geboten. In den meisten Fällen nehmen Betroffene dann eine gekrümmte Körperposition ein. Zeigen sich darüber hinaus zusätzliche Beschwerden wie

  • ein harter und aufgeblähter Bauch,
  • kalter Schweiß,
  • Erbrechen von Blut (rote Färbung),
  • Blut im Stuhl (rote oder schwarze Färbung),
  • Stuhl- oder Urinverhalt,
  • hohes Fieber (über 39,1 Grad Celsius2) oder
  • Ohnmacht,

ist es wichtig, umgehend zum Arzt oder in ein Krankenhaus zu fahren beziehungsweise in schweren Fällen den Notarzt zu rufen (Telefonnummer: 112). Dies können Anzeichen für schwerwiegende Krankheiten (etwa ein Darmverschluss) sein, die unter Umständen lebensbedrohlich sind.

Wie diagnostiziert der Arzt die Oberbauchschmerzen?


Das Ziel des Arztbesuchs bei Schmerzen im Oberbauch ist es, möglichst schnell herauszufinden, was die Ursache der Beschwerden ist. Eine erste gute Anlaufstelle ist dabei der Allgemeinarzt, der Sie gegebenenfalls an einen Spezialisten (etwa einen Gastroenterologen, Facharzt für den Magen-Darm-Trakt) überweist. Der Mediziner wird Sie zu Beginn zu Ihrer individuellen Krankengeschichte befragen (Anamnese). Inhalt dieses Gesprächs sind in der Regel Fragen zur Ernährung, zur Verdauung oder zu alltäglichen Gewohnheiten (beispielsweise Rauchen). Außerdem versucht er, die genaue Charakteristik und Position der bestehenden Bauchschmerzen sowie etwaige weitere Symptome in Erfahrung zu bringen. Für den Betroffenen ist es daher wichtig, möglichst genaue Angaben zu machen. Nur so kann eine zielführende Diagnose gelingen.

Neben dem anfänglichen Anamnese-Gespräch stehen den Ärzten weitere Methoden zur Diagnose von Oberbauchschmerzen zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonografie): Mithilfe eines Ultraschallgeräts erhält der Mediziner einen schnellen und schmerzfreien Einblick in den Bauchraum und kann potenzielle (krankhafte) Veränderungen an den dortigen Organen feststellen. Einer detaillierteren Untersuchung dient die sogenannte Endosonografie, bei der eine biegsame Ultraschallsonde über die Speiseröhre oder den After eingeführt wird.
  • Blut- oder Stuhlprobe: Anhand von Blutwerten kann in der Regel festgestellt werden, in welchem gesundheitlichen Zustand sich die verschiedenen Organe im Bauchraum befinden. So zeigen etwa erhöhte Entzündungswerte im Blutbild, dass eine Entzündung an Organen im Bauchraum vorliegen kann. Eine Stuhl- beziehungsweise Urinuntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob möglicherweise Blut ausgeschieden wird oder Krankheitserreger im Körper vorhanden sind.
  • Magen- und Darmspiegelung: Zur Begutachtung des Inneren der Verdauungsorgane nutzen Ärzte sogenannte Endoskope, die über den Mund in den Magen oder über den After in den Darm eingeführt werden. Dabei handelt es sich um dünne, schlauchartige Geräte mit kleinen Kameras, die je nach Bauart auch über die Möglichkeit verfügen, Gewebeproben zu entnehmen. Diese werden (etwa bei Verdacht auf Tumore) im Anschluss zur Untersuchung an ein Labor geschickt.
  • Bauchspiegelung: Bei der Laparoskopie führt der Arzt eine kleine Kamera mit Licht (Laparoskop) über minimale Schnitte in die Bauchhöhle ein. Neben dem diagnostischen Nutzen dieses Eingriffs kann der Mediziner auf diesem Weg auch kleinere chirurgische Operationen vornehmen, ohne große Narben auf der Haut zu hinterlassen.

Über die genannten Diagnosemethoden hinaus gibt es zudem einen sogenannten Wasserstoff-Atemtest, der dazu dient, eine möglicherweise vorliegende Nahrungsmittelunverträglichkeit (etwa Laktose- oder Fruktose-Intoleranz) zu bestimmen. Der Betroffene atmet dabei Luft in ein spezielles Messgerät, welches die Wasserstoffkonzentration in der Atemluft ermittelt. Bei hohen Werten kann dies ein Hinweis darauf sein, dass zu geringe Mengen verschiedener Enzyme (organische Verbindungen, die den Stoffwechsel steuern) im Dünndarm vorhanden sind, weshalb Laktose oder Glukose erst im Dickdarm unter Freisetzung von Wasserstoff zersetzt werden kann.

Behandlung von Oberbauchschmerzen


Die Therapie von Schmerzen im Oberbauch erfolgt stets auf Grundlage der vorliegenden Ursache, weshalb keine universelle Behandlungsmethode existiert. Während manche Beschwerden oftmals gut mit einer Umstellung der Ernährung in den Griff zu bekommen sind (etwa Refluxkrankheit oder Reizmagen), bedarf es bei anderen möglicherweise einer medikamentösen Behandlung oder gar eines operativen Eingriffs (beispielsweise Lebererkrankungen oder Tumore).

Wurde die Ursache von einem Mediziner zweifelsfrei bestimmt, können neben den jeweils notwendigen Therapiemaßnahmen auch zahlreiche Hausmittel und Heilpflanzen zur Linderung der Schmerzen beitragen. Helfen können hier beispielsweise:

  • Tees (zum Beispiel Kamille, Ingwer, Fenchel)
  • warme Wickel (etwa Kartoffelwickel oder warmes Tuch mit Kamillenblüten)
  • Bauchmassagen mit Melissen- oder Kamillenöl

Darüber hinaus ist es sinnvoll, den Stress im Alltag so gut es geht zu minimieren. Oftmals kann dieser bereits bestehende Symptome noch verschlimmern.

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Jan Zimmermann Egal ob Video, Foto oder Text – Hauptsache die Kreativität kommt nicht zu kurz. Noch während seines Masterstudiums der Medienwissenschaften und der Arbeit als Multimedia Content Creator in München, entwickelte Jan Zimmermann eine Passion für das Schreiben. Seit 2018 lebt er diese als Medizinredakteur bei kanyo® aus. Jan Zimmermann Medizinredakteur und Medienwissenschaftler kanyo® mehr erfahren