Was sind die häufigsten Darmkrankheiten?

Sie haben plötzlich starke Schmerzen im Unterleib, heftigen Durchfall oder leiden immer wieder an Blähungen oder Verstopfung? Solche Symptome können auf Darmkrankheiten hinweisen. Hier erfahren Sie, welche akuten und chronischen Darmerkrankungen es gibt.

Darmkrankheiten – von Infektionen bis Darmkrebs

Verdauungsprobleme können auf Darmkrankheiten wie Magen-Darm-Grippe oder Blinddarmentzündung hinweisen

Verdauungsprobleme stehen sehr häufig im Zusammenhang mit der Ernährung. Jeder kennt Darmbeschwerden zum Beispiel nach zu viel oder fettigem Essen. Und auch Nahrungsunverträglichkeiten oder Stress sind häufige Auslöser, wenn es in unserem Darm rumort. Meist sind Darmbeschwerden also harmlos. In seltenen Fällen können Symptome wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall aber auch auf unterschiedliche Krankheiten des Darms hinweisen. Im Folgenden werden die häufigsten Darmerkrankungen kurz vorgestellt:

  • Darminfektionen: Eine Magen-Darm-Grippe wird meist von Viren – vor allem Rota- und Noroviren – ausgelöst. Symptome wie Durchfall und Erbrechen treten bei einer Infektion meist sehr plötzlich auf. Welche Beschwerden weisen noch auf eine Magen-Darm-Grippe hin? Hier können Sie die Anzeichen nachlesen.
  • Blinddarmentzündung: Typische Symptome dieser Darmkrankheit sind starke Schmerzen auf Höhe des Bauchnabels, die innerhalb weniger Stunden in den rechten Unterbauch wandern. Genau genommen ist bei einer Blinddarmentzündung nicht der Blinddarm selbst, sondern der Wurmfortsatz, ein kleines Anhängsel am Blinddarm, entzündet. In dem Artikel Symptome können Sie weitere Anzeichen nachlesen.
  • Darmparasiten: Kleine Lebewesen, die auf unsere Kosten im Darm leben: Diese Vorstellung ist zwar beängstigend, jedoch sind die Parasiten bei ärztlicher Behandlung gut in den Griff zu bekommen. Parasiten, wie Würmer, können leicht über verunreinigte Nahrung oder Kontakt mit infizierten Gegenständen (Bettwäsche, Handtücher) in den Körper gelangen und von Mensch zu Mensch übertragen werden. Da sie aber neben lästigem Juckreiz gelegentlich Bauchschmerzen oder Übelkeit verursachen, sollten sie unbedingt ärztlich behandelt werden.
  • Roemheld-Syndrom: Auf dem ersten Blick haben der Darm und das Herz nicht so viel miteinander zu tun. Starke Blähungen im Dickdarm können jedoch dazu führen, dass das Zwerchfell auf das Herz drückt. Dieses Phänomen bezeichnen Mediziner als Roemheld-Syndrom. Die Symptome ähneln denen eines Herzinfarkts (Herzrasen, Luftnot, etc.), sind aber bei weitem nicht so gefährlich.
  • Analfissur: Bei einer Analfissur handelt es sich um schmerzhafte Einrisse der Analschleimhaut am After. Meist ist starkes Pressen bei hartem Stuhlgang die Ursache für die Verletzungen.
  • Zwölffingerdarmgeschwür: Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm gehören zu den häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen in Deutschland.1 Typisch für ein Zwölffingerdarmgeschwür ist ein Nüchternschmerz, der beim Essen nachlässt.
  • Divertikulitis: Menschen mit Divertikulitis berichten von einem plötzlich starken Schmerz im linken Unterleib, der häufig in den Rücken ausstrahlen kann. Ursache sind Ausstülpungen der Darmwand, sogenannte Divertikel, die sich entzündet haben. Sie wollen mehr über die Darmkrankheit wissen? Lesen Sie alles über Symptome und Behandlung.
  • Darmkrebs: Tumore im Darm zählen zu den gefürchteten Diagnosen im Darmbereich. Der Krebs kann sich in allen Darmabschnitten bilden. Grundsätzlich gilt: Je eher der Arzt den Darmkrebs entdeckt, desto besser sind die Heilungschancen. Aus diesem Grund sind Vorsorgeuntersuchungen ab einem Alter von 50 Jahren wichtig.
  • Darmverschluss: Beim Darmverschluss handelt es sich um eine Störung der Darmpassage – entweder durch ein Hindernis oder eine Lähmung der Darmbewegung. In jedem Fall stellt sie eine Notfallsituation dar, die sofort behandelt werden muss.
Wichtig:
Bei Anzeichen für eine Blinddarmentzündung oder einen Darmverschluss ist so schnell wie möglich eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Unbehandelt können diese Darmkrankheiten zu einer „Austrocknung (Exsikkose) oder einer Bauchfellentzündung mit septischem Schock führen – lebensbedrohliche Situationen.

Chronische Darmkrankheiten

Neben den akuten gibt es außerdem eine Reihe chronischer Darmkrankheiten. Betroffene leiden an wiederkehrenden Beschwerden. Zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Krankheiten im Darm zählen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Die Krankheiten verlaufen beide in Schüben und äußern sich in Symptomen wie Durchfall oder Darmkrämpfen. Im Vergleich zu Morbus Crohn, bei der die Entzündungen den gesamten Verdauungstrakt betreffen können, beschränkt sich die Entzündung bei Colitis ulcerosa auf den Dick- und Enddarm.

Gut zu wissen:
Schätzungen zufolge leiden etwa 320.000 Menschen in Deutschland an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED). Die Symptome treten bei den meisten Betroffenen erstmals im Alter zwischen 15 und 35 Jahren auf.2

Ebenso beeinträchtigt das Reizdarmsyndrom das Leben vieler Menschen. Problematisch an dieser Erkrankung ist, dass Ärzte bisher keine organische Ursache finden konnten. In unseren Artikeln über die Symptome, Diagnose und Behandlung finden Sie weitere interessante Informationen über die funktionelle Darmstörung.

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Blinddarmentzündung erkennen >>

1 Bundesverband Deutscher Internisten e. V.: Magengeschwür/Zwölffingerdarmgeschwür. Abgerufen unter: www.internisten-im-netz.de/de_was-ist-ein-magengeschwuer-darmgeschwuer_113.html

2 Hillienhof, A. (2012): Chronische Darmerkrankungen: Psychische Folgen nicht vergessen. Abgerufen unter: www.aerzteblatt.de/archiv/133428/Chronische-Darm%C2%ADer%C2%ADkrank%C2%ADung-Psychische-Folgen-nicht-vergessen (Stand: 03.08.2017).