Bauchkrämpfe — Ursachen, Behandlung & Vorbeugung

23. April 2019
12 Min.

Ist die Verdauung gestört, kann es zu Bauchkrämpfen und Durchfall kommen. Stress, falsche Ernährung und Magen-Darm-Krankheiten sind oftmals verantwortlich. Welche weiteren Ursachen es gibt, wie man am besten behandelt und welche Maßnahmen zur Vorbeugung es gibt, lesen Sie hier.


Übersicht:

Welche Ursachen haben Bauchkrämpfe?

Bei Bauchkrämpfen handelt es sich um ein plötzliches Zusammenziehen der Muskulatur in der Bauchregion, was den Betroffenen sehr starke Schmerzen bereitet. Folgende Ursachen sind oftmals dafür verantwortlich:

  • falsche Ernährung (zu viel, zu fettige oder verdorbene Nahrung)
  • Lebensmittelunverträglichkeit
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Magen-Darm-Krankheiten (etwa Reizdarmsyndrom, Verstopfung, Gastritis)
  • psychische Faktoren (zum Beispiel Stress)
  • Krebsgeschwüre

Häufig – aber nicht immer – sind die Krämpfe auf eine Störung des Verdauungstraktes zurückzuführen, die zudem Übelkeit und Erbrechen verursachen können. Besonders Durchfall ist hier jedoch hervorzuheben, da dieser sowohl als Ursache sowie als Folge von Bauchkrämpfen auftreten kann. Es kommt aber auch vor, dass beides Symptome einer Krankheit, wie zum Beispiel dem Reizdarmsyndrom, sind. Erfahren Sie hier, woher Bauchkrämpfe und Durchfall noch kommen können und welche Behandlungsmethoden es gibt.

Wie kommt es zu Bauchkrämpfen?

Häufig entstehen Bauchkrämpfe durch eine Störung des Verdauungstraktes

Da die Vielzahl der Begriffe, die Magenleiden beschreiben, relativ groß ist, sollte zunächst eine Abgrenzung getroffen werden: Bauchkrämpfe sind zu verstehen als spezifische und besonders heftige Bauchschmerzen.

Die meisten Bauchkrämpfe sind nur von kurzer Dauer, sodass sich die Betroffenen schnell wieder erholen. Nichtsdestotrotz gibt es auch schwerwiegende Gründe für Bauchkrämpfe, welche die Gesundheit stark beeinträchtigen können. Im Zweifel sollten Sie also besser einen Arzt aufsuchen, der eine Diagnose stellen und eine zielgerichtete Behandlung einleiten kann. Folgende Ursachen können Bauchkrämpfe auslösen:

  • falsche Ernährung: Betroffene haben häufig zu viel, zu fettig oder zu schnell gegessen. Auch verdorbene Lebensmittel und ein Übermaß an Kaffee können zu den Beschwerden führen.
  • Unverträglichkeiten oder Allergien gegen Nahrungsmittel: Zu diesen gehören mitunter Kuhmilch, Nüsse (insbesondere Erdnüsse) oder Fisch. Außerdem sind bei Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fruktose) und Getreideklebereiweiß (Gluten) ebenfalls Komplikationen dieser Art möglich.
  • Lebensmittelvergiftungen: Vor allem Bakterien wie Salmonellen können zu Bauchkrämpfen in Kombination mit Durchfall führen.
  • psychische Gründe: Stress im Alltag, innerliche Unruhe, Aufregung und Ängste sind nur einige der potenziellen Auslöser. Vor allem das enterische Nervensystem (ENS), das den gesamten Verdauungsprozess steuert, wird unter Stress vom Gehirn und den von ihm ausgesendeten Stresshormonen beeinflusst.
  • Magen-Darm-Krankheiten: Hierzu zählen unter anderem Magen-Darm-Grippe, Reizdarm, Verstopfung, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Gastritis, Störungen der Durchblutung und in seltenen Fällen Krebsgeschwüre.

Darüber hinaus gibt es auch organische Ursachen von Bauchkrämpfen, die nichts mit dem Magen-Darm-Trakt zu tun haben. Dazu zählen zum Beispiel Erkrankungen der Nieren, Gallensteine, Blasenentzündungen oder bei Frauen auch Regelschmerzen.

Sind Sie sich nicht sicher, ob der Ursprung Ihrer Beschwerden in der zugeführten Nahrung oder doch in anderen Faktoren begründet liegt, eignet sich auch das Führen eines Ernährungsprotokolls. In diesem notieren Sie, was Sie wann gegessen haben und ob in diesem Zusammenhang Bauchkrämpfe oder Durchfall auftreten. Im Allgemeinen kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung Magen- und Darmproblemen vorbeugen. Außerdem ist es ratsam, Stress und Hektik im Alltag und auch während des Essens zu vermeiden.

Warum sind Bauchkrämpfe oft mit Durchfall verbunden?

Bauchkrämpfe und Durchfall sind meist beides Symptome einer gestörten Magen-Darm-Tätigkeit. Im Normalfall bewegen sich die Muskeln im Verdauungstrakt völlig unbemerkt in wellenartigen Bewegungen. So durchmischen die Muskeln den Nahrungsbrei und schieben ihn weiter in Richtung Anus. Bei Bauchkrämpfen ist dieser Prozess beeinträchtigt – zum Beispiel durch Essen, das wir nicht vertragen haben: Die Muskeln der inneren Organe ziehen sich unkontrolliert zusammen – schmerzhafte Krämpfe entstehen. Meist treten die Schmerzen in Schüben auf und manchmal ist zusätzlich die Bauchdecke gespannt.

Bei Durchfall (Diarrhö) ist die reguläre Darmbewegung gesteigert, was ebenfalls Bauchkrämpfe auslösen oder verstärken kann. Außerdem ist die natürliche Aufnahme von Salzen und Wasser durch die Darmwand gestört, dadurch gelangen geringere Mengen dieser Stoffe in den Körper und der Stuhlgang ist flüssiger, weil er zu schnell durch den Verdauungstrakt transportiert wird. Grund für die Funktionsstörung des Darms kann unter anderem ein Magen-Darm-Infekt sein, der durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Mithilfe von Durchfall versucht der Darm, sich von den Erregern zu befreien.

Tipps zur Selbsthilfe: Was tun bei Bauchkrämpfen?

Viel Flüssigkeit, vor allem Tee, hilft bei Bauchkrämpfen mit Durchfall den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen

Die Behandlung von Bauchkrämpfen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Bei den harmloseren Entstehungsgründen reicht häufig „abwarten und Tee trinken“. Dies gilt beispielsweise auch bei einem verdorbenen Magen , bei dem die körpereigene Abwehr im Rahmen eines Brechdurchfalls dafür sorgt, dass die schädlichen Stoffe den Körper schnell wieder verlassen. Unterstützend kann die Einnahme von pflanzlichen Präparaten und Hausmitteln wirken. Probieren Sie diese Tipps bei harmlosen Bauchkrämpfen aus:

  • Reiben Sie die Schmerzen weg: Den Bauch im Uhrzeigersinn zu reiben, kann dabei unterstützen, Bauchkrämpfe nicht mehr als so belastend wahrzunehmen.
  • Richtig liegen: Legen Sie sich bei Verdauungsproblemen auf die rechte Seite, ziehen Sie das linke Beine an. Auf diese Weise können Sie sich und ihren Verdauungstrakt entspannen.
  • Den Bauch mit Wärme beruhigen: Legen Sie eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen auf den schmerzenden Bauch.
  • Lindernde Tees trinken: Aufgüsse mit Minze, Anis oder Fenchel beruhigen den Magen.
  • Methoden zur Entspannung ausprobieren: Beispielsweise beim Yoga werden viele Techniken erlernt, die eine entkrampfende Atmung begünstigen und zudem zur Entspannung beitragen. Ebenfalls geeignet ist autogenes Training.

Leiden Sie häufiger an Magenkrämpfen, kann eine Kur mit Heilerde wirksam sein. Nehmen Sie hierfür Heilerde aus dem Reformhaus oder der Apotheke ein. Beachten Sie dabei, dass Sie Heilerde zur innerlichen Anwendung kaufen.

Bauchkrämpfe bei Kindern: Was tun?

Genau wie Erwachsene, können auch Kinder und Babys von regulären Bauschmerzen betroffen sein. Zum Beispiel Stress und eine falsche Ernährung, schlagen auch den kleinsten schnell auf die Verdauung. Treten bei ihrem Kind allerdings krampfartige Schmerzen auf, ist Vorsicht geboten. Hier sollten sie umgehen einen Arzt konsultieren.

Was kann man gegen Bauchkrämpfe mit Durchfall tun?

Durchfall ist genau wie Bauchkrämpfe in der Regel harmlos und geht oft von allein vorbei. Während Sie an Durchfall leiden, sollten Sie darauf achten, viel Flüssigkeit zuzuführen, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust wieder auszugleichen. Elektrolyte sind kleine Teilchen (Ionen), die an der Flüssigkeitsverteilung und am Wasserhaushalt des menschlichen Körpers beteiligt sind. Zu diesen zählen unter anderem Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. Trinken Sie dazu Mineralwasser oder Kräutertee. Um die Elektrolytspeicher aufzufüllen, eignen sich Salzstangen oder Brühe. Außerdem gibt es in Apotheken fertige Elektrolytlösungen. Menschen mit schwachem Immunsystem sowie ältere Personen und Kinder sollten bei Durchfall rechtzeitig zum Arzt gehen. Denn deren Körper verkraftet den Flüssigkeit- und Elektrolytverlust häufig schlechter.

Neben Hausmitteln wie zum Beispiel dem Auflegen einer Wärmflasche auf den Bauch, Kräutertee und Ruhe können auch pflanzliche Arzneimittel gegen Bauchkrämpfe und Durchfall helfen. Pflanzenextrakte, zum Beispiel aus Angelikawurzel, Kamille, Melissenblüten oder der bitteren Schleifenblume können die Verdauung normalisieren und den Magen-Darm-Trakt beruhigen.

Wann mit Bauchkrämpfen und Durchfall zum Arzt?

Nach ein bis zwei Tagen Bettruhe sind Bauchkrämpfe und Durchfall meist überstanden. Von chronischem Durchfall spricht man dagegen, wenn Betroffene über zwei Wochen hinweg mehr als dreimal täglich flüssigen bis wässrigen Stuhl ausscheiden.1 Um einen solch dauerhaftes Leiden zu vermeiden, sollten Sie frühzeitig zum Arzt gehen. Ebenso sollten dies chronisch Kranke wie etwa Diabetiker rechtzeitig tun, da ihr Körper mit Belastungen für gewöhnlich schlechter zurechtkommt.

Der Arzt erhebt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) und führt anschließend unterschiedliche Untersuchungen durch. Mittels Abtasten und Abhören der Organe im Bauchraum sowie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen kann er die Ursache der Beschwerden herausfinden. In manchen Fällen ist auch eine Magen- oder Darmspiegelung nötig, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Sobald der jeweilige Auslöser bekannt ist, kann Ihr Arzt eine entsprechende Behandlung verordnen und gegebenenfalls Medikamente verschreiben.

Im Rahmen der medikamentösen Behandlung von Bauchkrämpfen und Durchfall, steht eine Reihe unterschiedlicher Medikamente zur Verfügung. Üblicherweise wirken diese indem sie die Bauchkrämpfe lösen und die Muskulatur des Darms entspannen beziehungsweise Schmerzen lindern. Nicht verschreibungspflichtige Präparate basieren meist auf Anis, Fenchel, Kümmel oder Pfefferminze und sind in jeder Apotheke zum Kauf erhältlich. Bei von Verstopfung hervorgerufenen Bauchkrämpfen empfiehlt sich die Einnahme von Medikamenten mit abführender Wirkung, während sich bei Gallensteinen manchmal ein kleinerer operativer Eingriff nicht verhindern lässt. Gegen Durchfall werden meist Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamidhydrochlorid verschrieben, die hauptsächlich die Symptome lindern. Bei Infektionskrankheiten kommen hier mitunter auch Antibiotika zum Einsatz.

Bauchkrämpfen vorbeugen

Das Sprichwort „Vorsorge ist die beste Medizin“ trifft auch bei Bauchkrämpfen zu. Schließlich sinkt die Wahrscheinlichkeit, an verdauungsbedingten Bauchkrämpfen zu leiden, wenn man sich von Grund auf gesund und ballaststoffreich ernährt. Versuchen Sie daher leichte, magenschonende Kost zu sich zu nehmen und dazu auf Genussmittel wie Alkohol, Kaffee, Nikotin oder üppige Mahlzeiten größtenteils zu verzichten. Zusätzlich sollten Sie genügend Wasser oder Kräutertee trinken, um Ihren Magen-Darm-Trakt gesund zu erhalten.

Die Menge macht’s!

Lassen Sie sich Zeit beim Essen, essen Sie langsam und kauen Sie gut — die Verdauung beginnt bereits im Mund. Am besten verteilen Sie die Mahlzeiten auf mehrere kleine Portionen am Tag, so vermeiden Sie es, Ihre Verdauung zu überlasten.

Auch Bewegung in den Tagesablauf zu integrieren und Übungen zur Muskelentspannung durchzuführen, beugt Bauchkrämpfen vor. Geeignet ist zum Beispiel Yogalates, eine Mischung aus Pilates und Yoga, also entspannenden und aktivierenden Übungen.

Jan Henkel
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Freiberuflicher Redakteur