Mögliche Ursachen von Erbrechen bei Kindern und Babys


Wenn ein Kind erbricht, kann dahinter eine Vielzahl möglicher Ursachen stecken. Zu den häufigeren zählen folgende:

  • Bei manchen Kindern genügt es schon, wenn sie zu viel durcheinander gegessen haben oder besonders aufgeregt sind. Diese Form des Erbrechens ist völlig ungefährlich, weil sich der Magen in der Regel kurze Zeit nach dem Erbrechen wieder beruhigt.
  • Im Gegensatz dazu steht das Erbrechen als Folge einer Vergiftung oder eines Unfalls. Hat das Kind innerhalb der letzten 24 Stunden einen Schlag auf den Kopf bekommen oder möglicherweise etwas Giftiges gegessen oder getrunken, sollten Eltern sofort einen Arzt aufsuchen.4
  • Wenn zusätzlich zum Erbrechen Fieber auftritt, leidet das Kind vermutlich an einer Virusinfektion. Hat das Kind außerdem Durchfall, handelt es sich wahrscheinlich um einen Magen-Darm-Infekt.
  • Müssen Babys direkt nach dem Trinken schwallartig erbrechen, erscheinen müde und quengelig, kann das auf eine Magenpförtnerverengung hinweisen, aber auch auf eine Infektion. Ein Arzttermin bringt Klarheit.

Was tun, wenn das Kind erbrechen muss?


Das Allerwichtigste ist, ruhig zu bleiben. Erbrechen ist für ein kleines Kind oft eine belastende Angelegenheit, weil es noch kein Verständnis für die Funktionsweise des Körpers hat. Versuchen Sie auch, Ihr Kind zu beruhigen, denn Aufregung kann die Übelkeit verstärken.

Unterstützen Sie Ihr Kind beim Erbrechen:

  • Beugen Sie es vorsichtig über eine Schüssel oder die Toilette, stützen Sie dabei den Kopf an der Stirn ab.
  • Wenn ein Baby im Liegen erbrechen muss, nehmen Sie es sofort hoch und drehen Sie es mit dem Gesicht nach unten, um zu verhindern, dass das Erbrochene die Luftröhre versperrt.

Nach dem Erbrechen hilft ein kühler Waschlappen auf der Stirn, das Gefühl von Übelkeit und Schwindel zu reduzieren.

Gegen den unangenehmen Geschmack im Mund hilft Ausspülen mit Wasser oder Tee. Ältere Kinder können sich auch die Zähne putzen, allerdings erst circa 30 Minuten nach dem Erbrechen – denn die Säure im Erbrochenen greift den Zahnschmelz an.5

Arzneimittel sollten nur in Rücksprache mit dem Arzt gegeben werden. Denn bei einigen Ursachen bringen die erhältlichen Medikamente keine Vorteile, beispielsweise bei einem Magen-Darm-Infektion. Zudem können bei falscher Dosierung lebensgefährliche Krampfanfälle drohen.

Erbrechen bei Kindern: Wann zum Arzt?


Da Erbrechen bei Kindern nicht unbedingt auf eine ernsthafte Erkrankung hinweist und meist von allein wieder aufhört, ist es nicht immer notwendig, sofort zum Arzt zu gehen. Anders sieht das in den folgenden Fällen aus:

  • Starke Bauchschmerzen, die auch nach dem Erbrechen nicht verschwinden, können ein Hinweis auf eine akute Blinddarmentzündung oder einen Darmverschluss sein. Hier besteht ebenfalls Lebensgefahr. Sofort einen Arzt rufen oder zur Notaufnahme fahren!
  • Wenn das Kind immer wieder erbricht (mehr als 6 Erbrechungsepisoden) und das Erbrechen mehr als 24 Stunden anhält, ist ebenfalls ein Arztbesuch angebracht. Wenn Austrocknungsgefahr besteht, weil es jegliche Flüssigkeitsaufnahme verweigert oder sofort wieder erbricht, sollten Eltern früher einen Arzt aufsuchen.1
  • Hatte das Kind in den letzten 24 Stunden vor dem Erbrechen einen Unfall? Auch hier sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.4
  • Besteht Verdacht auf eine Vergiftung, rufen Sie einen Notarzt oder bringen Sie das Kind in die Notaufnahme.

Besteht aufgrund von Durchfall und Fieber der Verdacht auf eine Virusinfektion, ist es ebenfalls ratsam, zu einem Arzt zu gehen. Dieser kann die Ursache für das Erbrechen genau feststellen und gegebenenfalls eine effektive Behandlung mit Medikamenten oder anderen Therapien empfehlen.

Wann dürfen Kinder und Babys nach dem Erbrechen wieder essen und trinken?


Es wird empfohlen, in den ersten 1 bis 2 Stunden nach dem Erbrechen auf feste Nahrung zu verzichten, sodass sich der Magen beruhigen kann.3 Danach können Sie Ihrem Kind wieder leicht verdauliche Nahrungsmittel anbieten, zum Beispiel:

  • Zwieback
  • Weißbrot
  • geriebener Apfel
  • geriebene Möhre

Verzichten Sie zunächst auf Milchprodukte und fetthaltige Speisen, weil diese den Verdauungstrakt unnötig belasten und ein erneutes Erbrechen hervorrufen können. Stattdessen bieten sich bindende Lebensmittel wie Reis oder Kartoffeln an.

Im Gegensatz zum Essen können Sie Ihrem Kind jederzeit etwas zu trinken geben, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ein Baby kann nach dem Erbrechen gestillt werden, wenn es das möchte. Bei größeren Kindern, aber auch bei Säuglingen eignen sich ansonsten beruhigende Kräutertees aus Fenchel oder Kamille.

Elektrolytmangel vorbeugen

Die größte Gefahr, die Erbrechen bei Kindern neben dem Flüssigkeitsmangel hervorruft, ist eine Störung des Elektrolythaushalts. Elektrolyte halten die Zellfunktion im gesamten Körper aufrecht. Beim Erbrechen gehen gemeinsam mit der Körperflüssigkeit viele Mineralstoffe verloren, die die Basis für Elektrolyte bilden.
Behält das Kind über mehrere Stunden keine Flüssigkeit bei sich, hilft im Zweifel nur noch die Versorgung über eine Infusion im Krankenhaus. Leidet ein Baby unter starkem Erbrechen und nimmt keine Flüssigkeit an, sollten Eltern sofort zur Notaufnahme fahren, weil der Flüssigkeitsmangel hier sehr viel schneller gefährlich wird als bei älteren Kindern.

Häufig gestellte Fragen zu Erbrechen beim Kind


Was sind häufige Ursachen für Erbrechen bei Kindern?

Erbrechen bei Kindern kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, darunter Magen-Darm-Infekte, Lebensmittelvergiftungen, Aufregung oder eine zu üppige Mahlzeit. Auch Kopfverletzungen oder Vergiftungen sind mögliche Gründe für das Erbrechen.

Was hilft gegen Erbrechen beim Kind oder Baby?

Eltern sollten zunächst das Kind beruhigen - während sie selbst Ruhe bewahren - und es in eine Position bringen, in der es nicht ersticken kann. Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Austrocknung zu verhindern. Ein kühler Waschlappen auf der Stirn kann gegen Übelkeit helfen. Arzneimittel sollten nur in Absprache mit dem Kinderarzt verabreicht werden.

Wann zum Arzt, wenn Kinder erbrechen?

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn das Erbrechen bei Babys 4 Stunden und bei älteren Kindern länger als 6 Stunden anhält.1,2 Ärztliche Hilfe ist auch dann zu empfehlen, wenn das Kind starke Bauchschmerzen hat, Fieber hinzukommt, es zu wenig trinkt, Verdacht auf eine Vergiftung besteht oder dem Erbrechen ein Unfall vorausgegangen ist.

Wann dürfen Kinder nach dem Erbrechen wieder essen und trinken?

Kurz nach dem Erbrechen sollten Kinder zunächst nur Flüssigkeit zu sich nehmen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Sind etwa 1 bis 2 Stunden vergangen, können Sie langsam mit leicht verdaulichen Nahrungsmitteln wie Zwieback oder geriebenem Apfel beginnen.3 Im weiteren Verlauf ist es sinnvoll, zunächst auf bindende Lebensmittel wie Karotten, Reis oder Kartoffeln zu setzen, um den Verdauungstrakt nicht zu überfordern.

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Carolin Stollberg Schreiben ist ihre Leidenschaft – und das am liebsten über Themen, die die Menschen wirklich bewegen. Nachdem sich Carolin Stollberg in ihrem Studium der Germanistik alle Instrumente angeeignet hat, die sie für das Schreiben guter Texte benötigt, konnte sie sich voll und ganz Ihren Interessensschwerpunkten widmen: Gesundheit und Medizin. Carolin Stollberg Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Peggy Richter Peggy Richter ist ausgebildete Journalistin und schreibt seit 2015 regelmäßig für kanyo®. Sie arbeitet gern an rechercheintensiven Themen und hat Freude daran, die komplexen und zum Teil widersprüchlichen Informationen rund um die Gesundheit so aufzubereiten, dass sie auch für Laien verständlich sind. Peggy Richter Autorin kanyo® mehr erfahren
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