Erbrechen bei Kindern: Keine Seltenheit

Erbrechen kann bei Kindern wie auch bei Erwachsenen ganz unterschiedliche Ursachen haben. Kinder erbrechen jedoch öfter, weil ihre Verdauungsorgane empfindlicher sind. Bei Babys ist häufiges Spucken ebenfalls nichts ungewöhnliches – schwallartiges Erbrechen kann dagegen auf eine Magenpförtnerverengung hinweisen. Mehr zu den Ursachen und was helfen kann.

Mögliche Ursachen von Erbrechen bei Kindern und Babys

Wenn ein Kind erbricht, kann dahinter eine Vielzahl möglicher Ursachen stecken. Zu den häufigeren zählen folgende:

  • Bei manchen Kindern genügt es schon, wenn sie zu viel durcheinander gegessen haben oder besonders aufgeregt sind. Diese Form des Erbrechens ist völlig ungefährlich, weil sich der Magen in der Regel kurze Zeit nach dem Erbrechen wieder beruhigt.
  • Im Gegensatz dazu steht das Erbrechen als Folge einer Vergiftung oder eines Unfalls. Hat das Kind innerhalb der letzten 24 Stunden einen Schlag auf den Kopf bekommen oder möglicherweise etwas Giftiges gegessen oder getrunken, sollten Eltern sofort einen Arzt aufsuchen.
  • Wenn zusätzlich zum Erbrechen Fieber auftritt, leidet das Kind vermutlich an einer Virusinfektion. Hat das Kind außerdem Durchfall, handelt es sich wahrscheinlich um einen Magen-Darm-Infekt.
  • Müssen Babys direkt nach dem Trinken schwallartig erbrechen, erscheinen müde und quengelig, kann das auf eine Magenpförtnerverengung hinweisen, aber auch auf eine Infektion. Ein Arzttermin bringt Klarheit.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn ein Baby erbrechen muss, denn Kinder unter einem Jahr können binnen weniger Stunden austrocknen.

Was tun, wenn das Kind erbrechen muss?

Das Allerwichtigste ist, ruhig zu bleiben. Erbrechen ist für ein kleines Kind oft eine belastende Angelegenheit, weil es noch kein Verständnis für die Funktionsweise des Körpers hat. Unterstützen Sie das Kind, indem Sie es vorsichtig über eine Schüssel oder die Toilette beugen, dabei den Kopf an der Stirn abstützen und beruhigend über den Rücken streicheln.

Vorsicht: Wenn ein Baby im Liegen erbrechen muss, nehmen Sie es sofort hoch und drehen Sie es mit dem Gesicht nach unten, um zu verhindern, dass das Erbrochene die Luftröhre versperrt.

Nach dem Erbrechen hilft ein kühler Waschlappen auf der Stirn, das Gefühl von Übelkeit und Schwindel zu reduzieren. Gegen den unangenehmen Geschmack im Mund hilft Ausspülen mit Wasser oder Tee. Ältere Kinder können sich auch die Zähne putzen, allerdings erst circa 30 Minuten nach dem Erbrechen – denn die Säure im Erbrochenen greift den Zahnschmelz an.

Erbrechen bei Kindern – wann zum Arzt?

Da Erbrechen bei Kindern nicht unbedingt auf eine ernsthafte Erkrankung hinweist und meist von allein wieder aufhört, ist es nicht immer notwendig, sofort zum Arzt zu gehen. Anders sieht das in den folgenden Fällen aus:

  • Besteht Verdacht auf eine Vergiftung, rufen Sie einen Notarzt oder bringen Sie das Kind in die Notaufnahme.
  • Hatte das Kind in den letzten 24 Stunden vor dem Erbrechen einen Unfall? Auch hier sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
  • Starke Bauchschmerzen, die auch nach dem Erbrechen nicht verschwinden, können ein Hinweis auf eine akute Blinddarmentzündung oder einen Darmverschluss sein. Hier besteht ebenfalls Lebensgefahr. Sofort einen Arzt rufen oder zur Notaufnahme fahren!
  • Wenn das Kind nach sechs Stunden immer noch erbricht, ist ebenfalls ein Arztbesuch angebracht. Wenn Austrocknungsgefahr besteht, weil es jegliche Flüssigkeitsaufnahme verweigert oder sofort wieder erbricht, sollten Eltern früher einen Arzt aufsuchen.

Besteht aufgrund von Durchfall und Fieber der Verdacht auf eine Virusinfektion, ist es ebenfalls ratsam, zu einem Arzt zu gehen. Dieser kann die Ursache für das Erbrechen genau feststellen und gegebenenfalls eine effektive Behandlung mit Medikamenten oder anderen Therapien empfehlen.

Wann dürfen Kinder und Babys nach dem Erbrechen wieder essen und trinken?

Kinder haben eine empfindlichere Verdauung und erbrechen daher öfter als Erwachsene

Es wird empfohlen, in den ersten vier Stunden nach dem Erbrechen auf feste Nahrung zu verzichten, sodass sich der Magen beruhigen kann. Geben Sie dem Kind jedoch zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ein Baby kann nach dem Erbrechen gestillt werden, wenn es das möchte. Bei größeren Kindern, aber auch bei Säuglingen eignen sich ansonsten beruhigende Kräutertees aus Fenchel oder Kamille.

Um bei Erbrechen den Verlust an Elektrolyten (zum Beispiel Kalium und Magnesium) wieder auszugleichen, eignen sich zudem spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Nach vier bis sechs Stunden können dem Kind wieder leicht verdauliche Nahrungsmittel gegeben werden, zum Beispiel Zwieback.

Elektrolytmangel vorbeugen

Die größte Gefahr, die Erbrechen bei Kindern neben dem Flüssigkeitsmangel hervorruft, ist eine Störung des Elektrolythaushalts. Elektrolyte halten die Zellfunktion im gesamten Körper aufrecht. Beim Erbrechen gehen gemeinsam mit der Körperflüssigkeit viele Mineralstoffe verloren, die die Basis für Elektrolyte bilden. Behält das Kind über mehrere Stunden keine Flüssigkeit bei sich, hilft im Zweifel nur noch die Versorgung über eine Infusion im Krankenhaus. Leidet ein Baby unter starkem Erbrechen und nimmt keine Flüssigkeit an, sollten Eltern sofort zur Notaufnahme fahren, weil der Flüssigkeitsmangel hier sehr viel schneller gefährlich wird als bei älteren Kindern.

Leicht stopfende Lebensmittel fördern die Genesung

Vier bis sechs Stunden nach dem Erbrechen kann die erste feste Nahrung probiert werden. Zu Beginn eignen sich Zwieback, Weißbrot, geriebener Apfel oder geriebene Möhre – übrigens nicht nur bei Kindern. Verzichten Sie zunächst auf Milchprodukte und fetthaltige Speisen, weil diese den Verdauungstrakt unnötig belasten und ein erneutes Erbrechen hervorrufen können. Ansonsten wird Bettruhe empfohlen. Das Kind sollte aufgrund der Ansteckungsgefahr bei einem Infekt frühestens 24 Stunden nach dem letzten Erbrechen in den Kindergarten oder die Schule geschickt werden.

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