Dreimonatskoliken: Wie Sie Ihrem Baby helfen können

17. September 2018

Wenn das Baby schreit und schreit, kann eine sogenannte Dreimonatskolik dahinterstecken. Aber wann spricht man eigentlich von einer Dreimonatskolik? Welche Ursachen stecken hinter Koliken und was kann man dagegen tun?

Wieviel Schreien ist normal? Könnten Koliken der Grund sein?

Manche Babys leiden in den ersten Lebensmonaten unter einer Dreimonatskolik

Babys sind nicht dazu in der Lage zu sagen, wenn sie etwas stört. Die einzige Art, wie sie auf sich aufmerksam machen können, ist schreien. Sie weinen, wenn sie hungrig sind oder die Windel voll ist, wenn es zu warm ist oder zu kalt und auch, wenn sie die körperliche Nähe ihrer Eltern vermissen. Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass Babys bis zur zwölften Lebenswoche im Durchschnitt eine Stunde pro Tag schreien.

Aber natürlich ist nicht jedes Neugeborene gleich. Außerdem durchlebt der Säugling verschiedene Phasen, in denen er mal mehr und mal weniger weint. Eine genaue Definition ist hier schwierig, aber eine Kolik wird dann vermutet, wenn das Baby länger als drei Wochen an mindestens drei Tagen pro Woche mehr als drei Stunden täglich schreit. Am häufigsten treten die Koliken innerhalb der ersten Lebensmonate auf und sind nach dem dritten Lebensmonat wieder vorbei – deshalb der Name Dreimonatskoliken.

Viele Ursachen können hinter Dreimonatskoliken stecken

Das Wort Kolik bezeichnet eigentlich das krampfartige und schmerzhafte Zusammenziehen von Muskelgewebe in Organen. Beim Baby hingegen gibt es bislang keine eindeutige Erklärung, warum es insbesondere in den ersten zwölf Wochen zu Schreiattacken kommen kann. Manche Säuglinge erwecken den Eindruck, dass sie Schmerzen haben. Sie krümmen sich und das Bäuchlein ist hart und aufgebläht.

Dass bei Schreibabys von einer Kolik gesprochen wird, hängt damit zusammen, dass die Symptome bis vor Kurzem vor allem auf

zurückgeführt wurden. In Studien konnte allerdings bislang nicht nachgewiesen werden, dass Babys, die unter Dreimonatskoliken leiden, tatsächlich mehr Luft im Bauch haben als andere Kinder. Deshalb gehen Forscher heutzutage davon aus, dass hier mehrere Faktoren zusammenspielen.

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Verdauung und Schmerzsensitivität als Auslöser der Koliken

Die Verdauungsorgane nehmen ihre Arbeit erst nach der Geburt auf. Anfangs kann es bei der Verdauung deshalb einige Probleme geben, die eine Kolik begünstigen. Hinzu kommt, dass der Verdauungsvorgang selbst für das Baby ungewohnt ist und je nach Sensitivität ein gewisses Schmerzempfinden auslösen kann. Auch das enorme Wachstum in den ersten Monaten führt bei manchen Neugeborenen zu Schmerzen.

Was tun gegen Koliken beim Baby?

Beginnt das Baby vor allem nach den Mahlzeiten zu schreien, spricht vieles dafür, dass die Verdauung eine Rolle spielt. In diesem Fall sollten Eltern besonders darauf achten, dass der Säugling ein Bäuerchen macht, um Blähungen zu vermeiden.

Viele Eltern haben gute Erfahrungen damit gemacht, das Kind während einer Kolik im Fliegergriff umherzutragen. Dabei liegt das Baby mit dem Bauch auf dem Unterarm der Mutter oder des Vaters. Der Kopf ruht leicht erhöht in der Armbeuge. Der sanfte Druck auf den Bauch hilft, mögliche Blähungen zu lösen. Gleichzeitig wirkt die körperliche Nähe in der Regel beruhigend. Der Fliegergriff kann das Baby entspannen und gegen Dreimonatskoliken helfen.

Dreimonatskoliken: Welche Rolle spielt Stress?

Wenn das Baby das Licht der Welt erblickt, wird es von Reizen förmlich überflutet. Die meisten Säuglinge verarbeiten das, indem sie viel schlafen. Manche sind jedoch so überreizt, dass sie trotz Müdigkeit nicht zur Ruhe kommen und anfangen, zu schreien.

Auch die Eltern-Kind-Beziehung kann einen Stressfaktor darstellen, der Dreimonatskoliken verursacht. Besonders beim ersten Kind fühlen sich Eltern schnell verunsichert. Sie erhalten Ratschläge von allen Seiten, die sich manchmal sogar widersprechen. Diese Unsicherheit überträgt sich auf das Neugeborene. Weint es dann, fühlen sich die jungen Eltern schnell überfordert. Häufig beginnt dann ein Teufelkreis – denn durch das viele Schreien entstehen noch mehr Unruhe und Unsicherheit.

Tipps für mehr Ruhe bei Koliken

Durch einige Verhaltensänderungen können Sie Ihr Baby beruhigen:

  • Eine ruhige Umgebung und eine feste Routine helfen dem Baby, sich zurechtzufinden.
  • Erhalten Sie viele Tipps zum Umgang mit Koliken bei Säuglingen, probieren Sie nicht ständig etwas Neues aus.
  • Wählen sie ein Ritual (zum Beispiel eine Bauchmassage), die zu Ihrem Tagesrhythmus passt und geben Sie dem Baby Zeit, sich daran zu gewöhnen.
  • Gut bewährt haben sich lange Spaziergänge mit dem Kinderwagen an der frischen Luft. Sie fördern den Schlaf, und damit den Stressabbau, und tun auch den Eltern gut.

Wenn Sie dies in Ihrem Alltag umsetzen, kann das positive Auswirkungen auf Ihr Baby und Sie selbst haben.

Was tun, wenn das Schreien kein Ende nimmt?

Wenn das Baby ständig schreit, sollten Sie in jedem Fall zu einem Kinderarzt gehen. Durch verschiedene Untersuchungen kann er feststellen, ob eine Krankheit hinter den Schreiattacken steckt oder ob es sich tatsächlich um Dreimonatskoliken handelt. Eltern von Babys mit Koliken müssen diese schwierige Phase zudem nicht allein durchstehen. Es gibt zahlreiche Beratungsstellen und Elterninitiativen. Und auch Verwandte und Freunde sind sicherlich gern bereit, Ihnen zu helfen, sodass Sie mal wieder ausschlafen und auftanken können. Die gute Nachricht ist: Nach dem dritten Monat sind die Dreimonatskoliken meist wieder vorbei.

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Peggy Richter
Redakteur/in