Warum ist der Stuhlgang schwarz (Teerstuhl)?


Dunkler Stuhlgang alleine ist noch kein Grund zur Sorge. Für die Farbe des Stuhlgangs gibt es viele alternative Erklärungen. Farbreiche Lebensmittel wie Rote Beete, Blaubeeren oder Rotwein können beispielsweise für die Verfärbung verantwortlich sein. Auch Medikamente, die Kohle oder Eisen enthalten, führen in vielen Fällen zu schwarzem Stuhlgang. Diese Art der Stuhlverfärbung ist normal und vergeht von alleine wieder.

Anders sieht es hingegen aus, wenn der Stuhl richtig schwarz und glänzend aussieht und abnormal riecht. In diesem Fall sprechen Mediziner von einem Teerstuhl (Meläna). Er deutet häufig auf Magen-Darm-Blutungen (gastrointestinale Blutungen) im oberen Verdauungstrakt hin, erhält seine Farbe durch dunkles Blut ihm Stuhl und ist deshalb ein ernstzunehmendes Warnsignal. Im Vergleich dazu liegt die Quelle der Blutung bei hellem Blut im Stuhl meist im unteren Bereich des Verdauungstraktes.

Die Schwarzfärbung des Teerstuhls entsteht, weil bei Blutungen oberhalb des Dünndarms (also im Magen oder der Speiseröhre) das Blut mit Magensäure in Kontakt kommt. Der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) wird durch Magensäure oder Bakterien zersetzt und erhält dadurch die schwarze Farbe und eine Konsistenz, die an Kaffeesatz erinnert. Wird der Darminhalt sehr langsam vorwärtsbewegt, zum Beispiel durch Fehlernährung oder eine Stoffwechselstörung, kann schwarzer Stuhlgang in Ausnahmefällen auch auftreten, wenn die Quelle der Blutung im unteren Darmbereich liegt.

Wichtig

Wenn der Stuhlgang nur sehr dunkel ist, kann dies eine harmlose Erklärung haben. Erst wenn der Stuhlgang

  • nicht dunkelbraun, sondern pechschwarz ist,
  • glänzt
  • und extrem faulig riecht

handelt es sich um Teerstuhl. Betroffene sollten umgehend einen Facharzt aufsuchen.

Ursachen von Teerstuhl/schwarzem Stuhlgang


Schwarzer Stuhlgang kann ein Hinweis auf verschiedene Erkrankungen sein. Folgende Krankheiten können typischerweise diese Art von Stuhlgang verursachen:

  • Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm (Ulkuskrankheit)
    Bei Geschwüren handelt es sich um Wunden in der Schleimhaut des Verdauungstrakts. Sie können durch Besiedelung mit Bakterien verursacht werden. Aber auch schlechte Essgewohnheiten und psychische Belastungssituationen bewirken die Bildung von Geschwüren, weil dadurch die Magensaftproduktion erhöht wird. Grundsätzlich kann jeder Mensch Geschwüre bekommen. Während Magengeschwüre jedoch überwiegend bei älteren Personen auftreten, wird ein Zwölffingerdarmgeschwür vornehmlich bei jüngeren Menschen diagnostiziert. Männer leiden dreimal so häufig wie Frauen an Geschwüren. Im fortgeschrittenen Stadium können die Geschwüre bluten; vermischt mit dem verdauten, dunklen Blut erscheint der Stuhlgang schwarz.
  • Entzündungen der Magenschleimhaut oder der Speiseröhre (Gastritis)
    Wenn eine Entzündung der Magenschleimhaut oder Speiseröhre länger anhält, bluten die gereizten Stellen häufig. Die Folge ist Teerstuhl. Bei Entzündungen in der Magenschleimhaut klagen Betroffene zusätzlich vor allem über starke Druckschmerzen im Oberbauch. Bei einer Entzündung der Speiseröhre treten ausgeprägte Schmerzen beim Schlucken auf. Des Weiteren können Sodbrennen und saures Aufstoßen hinzukommen.
  • Mallory-Weiss-Syndrom
    Durch heftiges Erbrechen steigt der Druck innerhalb der Speiseröhre plötzlich an. Dadurch kann die Schleimhaut der Speiseröhre aufreißen und starke Blutungen hervorrufen. Diese Erkrankung ritt vor allem bei Menschen auf, deren Speiseröhre chronisch gereizt ist, also zum Beispiel bei Alkoholikern oder Bulimie-Erkrankten.
  • Krampfadern im oberen Verdauungstrakt (Ösophagusvarizen)
    Krampfadern im Magen oder in der Speiseröhre sind manchmal ebenfalls für Teerstuhl verantwortlich. Die dünnhäutigen Venen sind nur durch die Schleimhaut geschützt und reißen sehr leicht. Dadurch können sie zu bluten anfangen. Lebensgefährlich wird es, wenn Krampfadern platzen: Meist äußert sich das dadurch, dass Betroffene Blut erbrechen. Dann muss sofort der Notarzt verständigt werden.
  • Magenkrebs (Magenkarzinom)
    Schwarzer Stuhlgang kann auch ein Anzeichen für Magenkrebs sein, da dann Blutungen im Magen bestehen. Obwohl die Neu-Erkrankungsrate in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, ist Magenkrebs ein ernstzunehmendes Thema, das im Zusammenhang mit Teerstuhl in Betracht gezogen werden muss.

Wann ist bei schwarzem Stuhlgang der Weg zum Arzt notwendig?


Ist der Verzehr von färbenden Lebensmitteln oder Medikamenten eindeutig auszuschließen, sollte der Arzt den Grund für den dunklen Stuhlgang überprüfen. Insbesondere wenn weitere Symptome, wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Erbrechen hinzukommen, sollten Sie mit dem Gang zum Arzt auf keinen Fall zögern. Starke Blutverluste müssen akut behandelt werden. Anzeichen dafür sind:

  • Kopfschmerzen,
  • Schwindel,
  • blasse Haut,
  • sowie Herzklopfen und Ohrensausen.

Nachdem die Blutung gestillt wurde, kann der Arzt die Ursache für das Blut im Stuhl herausfinden.

Behandlungsmöglichkeiten bei Teerstuhl


Nach einer gründlichen Befragung des Patienten geben Stuhlproben und eine Magenspiegelung (Gastroskopie) Aufklärung. Bei einer Gastroskopie führt der Arzt einen dünnen Schlauch, an dessen Ende sich eine kleine Videokamera befindet, über den Mund in die Speiseröhre ein. Dank der Aufnahmen kann er die Ursache der Blutungen ausfindig machen und unter Umständen bereits Gewebeproben entnehmen, kleine Geschwüre abtragen und Blutungen stillen.

Die Therapie richtet sich dann nach dem Befund des Mediziners: Bei Magengeschwüren, die durch Bakterien verursacht wurden, kann der Arzt beispielsweise Antibiotika verschreiben. Bei einer Entzündung des Magens oder der Speiseröhre helfen Säurehemmer, um weitere Blutungen zu vermeiden.

Bei einer Krebserkrankung ist zunächst das Ziel, die Tumoren durch eine Operation zu beseitigen. Danach erfolgt eine Chemotherapie – sie soll verhindern, dass sich Krebszellen weiter ausbreiten.

Aufgewachsen in einer Familie aus Krankenschwestern und Journalisten, interessierte sich Miriam Och bereits sehr früh für die Themen Medizin und Medien. Nach verschiedenen Praktika im journalistischen Bereich – unter anderem bei der Deutschen Welle in Washington D.C. – absolvierte sie erfolgreich ihr Masterstudium Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Seit 2017 arbeitet sie als Medizinredakteurin bei kanyo®, wo sie ihre beiden Leidenschaften optimal miteinander verknüpfen kann. Miriam Och Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
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