Wichtige Fragen zum Norovirus:
Welche Anzeichen deuten auf eine Norovirus-Infektion hin?

Das Virus zeigt sich typischerweise durch Übelkeit, schwallartiges Erbrechen und Durchfall. Weitere Beschwerden wie Schwächegefühl oder Fieber sind ebenfalls denkbar.  

Ist das Norovirus gefährlich?

Für ansonsten gesunde Menschen ist das Norovirus in der Regel nicht gefährlich. Bei Kindern und Senioren kann häufiges Erbrechen und Durchfall jedoch relativ schnell zu einem Mangel an Flüssigkeit und Elektrolyten führen.

Wann besteht eine Meldepflicht bei Norovirus-Infektionen?

Konnten durch eine Stuhlprobe Noroviren festgestellt werden, muss eine Benachrichtigung des örtlichen Gesundheitsamts durch den Arzt erfolgen.3 Bei bestimmten Berufsgruppen (wie Gesundheitspflegern und Erziehern) ist allein der Verdacht auf Norovirus meldepflichtig.3 Die Meldung der Erkrankung soll vor einer größeren Verbreitung der Viren schützen.

Wie lange werde ich bei Norovirus krankgeschrieben?

Die größte Ansteckungsgefahr besteht bis zu 48 Stunden nach dem vollkommenen Abklingen der Symptome.2 Daher erfolgt eine Krankschreibung meist mindestens zwei Tage über die akute Krankheitsphase hinaus.4

Kann das Norovirus behandelt werden?

Das Virus selbst ist nicht behandelbar. Verschiedene Medikamente und Hausmittel können allerdings zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Wie schütze ich mich vor dem Norovirus?

Am besten ist es, Sie vermeiden den Kontakt zu Erkrankten und achten auf eine gründliche Handhygiene.

Symptome einer Norovirus-Infektion


Noroviren finden sich auf der ganzen Welt und sind typischerweise Auslöser für Magen-Darm-Grippen. Sie gelten als extrem ansteckend, weshalb größere Ausbrüche von Norovirus-Infektionen in Gemeinschaftseinrichtungen (wie Kindergärten, Schulen oder Pflegeheimen) keine Seltenheit darstellen.

Hinweis:  

In dem Text verwenden wir zum besseren Verständnis häufiger den umgangssprachlichen Begriff „Norovirus“. Die Erreger werden genau genommen jedoch in 5 Genogruppen unterteilt, in denen sich jeweils wieder viele verschiedene Subtypen unterscheiden lassen.3 So müsste – genau genommen – von Noroviren-Infektionen die Rede sein.

Typisch für eine Magen-Darm-Erkrankung durch Noroviren ist, dass diese meist recht plötzlich auftritt. Charakteristische Symptome sind 

Durchfall und Erbrechen kommen unter Umständen gleichzeitig vor (Brechdurchfall), was es für die Betroffenen besonders unangenehm macht. Zusätzlich können weitere Beschwerden auftreten. Dazu gehören: 

  • Bauchschmerzen 
  • Kopfweh 
  • Gliederschmerzen 
  • Fieber (Körpertemperatur über 38 Grad Celsius)1  
  • Schwindel (durch Flüssigkeitsverlust) 
  • allgemeine Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl 

So schnell die Symptome gekommen sind, so schnell verschwinden sie bei einer Norovirus-Infektion glücklicherweise oft wieder. Meist lassen die Beschwerden bereits nach 1 bis 2 Tagen wieder nach.2

Inkubationszeit bei Norovirus 

Die Inkubationszeit beschreibt den Zeitraum zwischen der eigentlichen Infektion mit den Erregern und dem Auftreten erster Symptome. Im Falle einer Norovirus-Infektion ist diese Zeitspanne recht kurz. Die Beschwerden brechen in der Regel bereits nach 6 bis 48 Stunden aus.2 Allerdings gibt es auch Fälle, in welchen die Betroffenen scheinbar keine oder nur leichte Symptome (zum Beispiel kurzzeitigen Durchfallhaben. Trotzdem besteht für ihre Mitmenschen Ansteckungsgefahr 

Achtung – hohe Ansteckungsgefahr bei Norovirus


Erkrankte scheiden Noroviren in großen Mengen über Erbrochenes und den Stuhlgang aus. Dabei sind die Erreger hoch ansteckend. Es gibt verschiedene Wege, wie die Viren von einem Betroffenen zum nächsten gelangen: 

  • Direkt von Mensch zu Mensch: Nicht selten tragen Erkrankte kleinste – aber hoch infektiöse – Mengen Stuhlreste oder Erbrochenes an ihren Händen. Beim Händeschütteln, Umarmen oder anderen Berührungen werden die Viren direkt von einer Person zur anderen übertragen. Auch bei mangelnder Distanz zum Betroffenen während des Erbrechens ist eine Übertragung über winzige kleine Tröpfchen (Tröpfcheninfektion), die über die Luft verteilt werden, möglich.  
  • Durch kontaminierte Gegenstände: Berührt ein Betroffener beispielsweise Türgriffe, Lichtschalter oder Toilettendeckel, so setzen sich die Viren auf diesen fest. Die nächste Person, die diese Gegenstände berührt, steckt sich womöglich mittels Schmierinfektion an.   
  • Über verunreinigte Lebensmittel: Wasser oder rohe Nahrungsmittel (unter anderem Meeresfrüchte, Obst oder Gemüse) können ebenfalls mit Noroviren versetzt sein und eine Übertragung zur Folge haben.   

Die Ansteckungsgefahr gilt während der akuten Krankheitsphase und bis zu 48 Stunden nach dem vollständigen Abklingen der Symptome als besonders hoch.Aber auch bis zu zwei Wochen danach (in Ausnahmefällen noch länger), ist eine Übertragung der Viren nicht auszuschließen, da unter Umständen immer noch Erreger über den Stuhl ausgeschieden werden.2

Was macht der Arzt bei Norovirus?


Bei Verdacht auf eine Infektion mit Noroviren sollten Betroffene umgehend den Hausarzt aufsuchen. Zunächst erfragt der Mediziner im Patientengespräch (Anamnese) unter anderem die Art der Symptome und deren Auftreten. Zudem erkundigt er sich in der Regel, ob Kontakt zu Norovirus-Erkrankten bestand.

Für den eindeutigen Nachweis der Noroviren benötigt der Arzt eine Stuhlprobe des Patienten. Hierfür wird diesem ein kleines, verschließbares Plastikröhrchen ausgehändigt, in welchem sich eine Art kleiner Löffel befindet. Mit dem Löffel kann der Patient selbstständig beim nächsten Toilettengang – direkt in der Arztpraxis oder zu Hause – eine Stuhlprobe entnehmen. Der Arzt versendet die Probe anschließend zur Auswertung in ein Labor.

Wie gefährlich sind Noroviren wirklich? 

In der Regel geht ein durch Noroviren ausgelöster Magen-Darm-Infekt nach kurzer Zeit von selbst vorüber und hinterlässt keine Folgen. Allerdings kann es durch häufiges Erbrechen und ständigen Durchfall zu einem starken Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten (Kalzium, Kalium, Magnesium) im Organismus kommen. Dieser Mangel ruft im schlimmsten Fall verschiedene Störungen im Körper hervor, zum Beispiel Kreislaufprobleme oder sogar Krampfanfälle. 

Vor allem Kinder und ältere Menschen sind besonders schnell von einem Defizit betroffen, da ihr Körper weniger Reserven besitzt. Deshalb sollten sie (beziehungsweise die Aufsichtspersonen) bei starkem Erbrechen und/oder Durchfall zeitnah einen Arzt kontaktieren. Für beide Risikogruppen kann bei sehr schwerem Krankheitsverlauf eine zeitweise Betreuung im Krankenhaus sinnvoll sein. Ein stationärer Klinikaufenthalt bietet beispielsweise den Vorteil, Flüssigkeits- und Elektrolytverluste über intravenöse (in die Vene gegebene) Infusionen schnell auszugleichen. 

Norovirus: Wichtiges zur Meldepflicht und Krankschreibung


Wurden bei der Laboranalyse Noroviren im Kot des Patienten nachgewiesen, muss dies innerhalb der nächsten 24 Stunden an das örtliche Gesundheitsamt weitergetragen werden.3 Zuständig hierfür ist in der Regel der Hausarzt. 

Bei Personen, die beruflich Kontakt zu Lebensmitteln haben oder in einer Gemeinschaftseinrichtung arbeiten, ist übrigens allein der Verdacht auf Noroviren meldepflichtig.3 Ziel der Meldepflicht ist es, einzelne Erkrankungen durch Noroviren frühzeitig zu erkennen, um so größeren Infektionszahlen in Gemeinschaftseinrichtungen vorzubeugen.

Kinder unter 6 Jahren, die mit Noroviren infiziert sind, dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen (Kindertagesstätten oder Kindergärten) besuchen. Frühestens 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome ist dies aus rechtlicher Sicht wieder gestattet.3

Bei Erwachsenen und älteren Kindern gibt es zwar keine gesetzliche Regelung zur Krankschreibung, doch auch hier wird empfohlen, nach dem Verschwinden der Beschwerden noch zwei Tage zu warten, bevor man wieder wie gewohnt in den Alltag startet.4 Diese Maßnahme ist vor allem wichtig, um andere vor einer Ansteckung zu schützen.

Ist eine Norovirus-Infektion behandelbar?


Die Magen-Darm-Erkrankung selbst kann nicht behandelt werden. Allerdings ist einer Linderung von Symptomen wie Übelkeit beziehungsweise Erbrechen und Durchfall durch Medikamente erreichbar. Hierzu lassen Sie sich am besten vor Ihrem Hausarzt oder Apotheker ausführlich beraten.  

Zudem gibt es einige Hausmittel und Maßnahmen, die Ihnen helfen können: 

  • Trinken Sie möglichst viel, um den Flüssigkeitsverlust aufgrund von Durchfall und Erbrechen auszugleichen. Am besten in kleinen Schlucken und bevorzugt Tee oder stilles Wasser. In Apotheken sind auch spezielle Elektrolyt-Mischungen zum Ausgleich eines Mangels erhältlich.  
  • Wenn Sie denn essen können, setzen Sie auf kleine, über den Tag verteilte Portionen. Gut geeignet ist magenschonende Kost, wie zum Beispiel Zwieback, Knäckebrot oder eine klare Gemüsesuppe.  
  • Gönnen Sie Ihrem Körper viel Ruhe und schlafen Sie reichlich. So erhält er genügend Kraft, um gegen die Erreger anzukämpfen.  
  • Achten Sie auf sehr gründliches Händewaschen (mindestens 20 bis 30 Sekunden) nach dem Toilettengang und Erbrechen, um eine Verteilung der Erreger zu verhindern und so andere zu schützen.5 

Gut zu wissen: Es besteht keine Immunität

Sie haben den Magen-Darm-Infekt gut überstanden und denken, dass Sie nun immun gegen Noroviren und somit vor einer weiteren Erkrankung geschützt sind? Damit liegen Sie leider falsch. Da es verschiedene Arten von Noroviren gibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, das nächste Mal mit anderen Erregern in Kontakt zu kommen.

Darüber hinaus sind Noroviren sehr wandlungsfähig und verändern sich immer wieder. Aus diesem Grund gibt es auch noch keine Impfung gegen Noroviren, die vor einer Krankheit bewahren würde. Es bleibt also einzig und allein, eine Ansteckung bestmöglich zu vermeiden.

Wie schütze ich mich vor Noroviren?


Ihren Höhepunkt erreichen Magen-Darm-Erkrankungen durch Noroviren vor allem in der kälteren Jahreshälfte zwischen Oktober und März.2 Das heißt, dass in diesem Zeitraum das Ansteckungsrisiko relativ hoch ist. Es gibt einige Maßnahmen, mit denen Sie die Wahrscheinlichkeit einer Infektion reduzieren. Dazu gehört vor allem gründliches Händewaschen (besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang) sowie die Vermeidung von Kontakt zu erkrankten Personen.  

Häufig tritt die Norovirus-Infektion allerdings in der eigenen Familie auf. In diesem Fall sind folgende Tipps hilfreich, um eine Ansteckung innerhalb des Haushaltes zu verhindern: 

  • Im Optimalfall stehen zwei Badezimmer zur Verfügung und eines wird nur durch den Erkrankten genutzt. Besteht diese Möglichkeit nicht, sollten die vom Erkrankten berührte Toilette, Toilettenspülung sowie das Waschbecken und andere Kontaktflächen nach jedem Toilettengang gereinigt werden.  
  • Der Betroffene schläft in einem separaten Raum und Bett, damit er Abstand zu anderen Familienmitgliedern hält. 
  • Benutzte Bettwäsche und Handtücher des Erkrankten waschen Sie am besten regelmäßig (Handtücher nach jeder Nutzung) bei 90 Grad mit einem Vollwaschmittel in der Waschmaschine. Kleidung täglich – wenn möglich – bei 60 Grad.6  
  • Der Erkrankte hält sich von der Küche fern und vor allem von Lebensmitteln, die auch für den Rest der Familie gedacht sind. Besser ist es, ihm Essen in das „Krankenzimmer“ zu bringen. 

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Pauline Zäh Bereits als Kind wusste Pauline Zäh, dass sie einmal Redakteurin werden wollte. Lesen und Schreiben waren schon immer ihre großen Leidenschaften. Während des Journalismus-Studiums spezialisierte sie sich im Bereich Medizin. Für sie ein besonders wichtiges Feld, denn Gesundheit geht jeden etwas an. Seit 2019 ist sie Teil von kanyo®. Pauline Zäh Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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