Die häufigsten Fragen zu Madenwürmern:

Wie erfolgt die Ansteckung?

Meist erfolgt die Ansteckung über mit Wurmeiern kontaminierte Gegenstände (zum Beispiel Spielzeug in Sandkästen), die in den Mund gelangen.

Wie lange sind Würmer im Stuhl ansteckend?

Bereits 4 bis 6 Stunden nach Eiablage entwickeln sich überlebensfähige Larven, die Richtung Dünndarm wandern. Nach 2 bis 6 Wochen sind die Weibchen der Madenwürmer ausgewachsen und geschlechtsreif. Eine Infektionsgefahr besteht über die gesamte Dauer des Befalls.

Welche Symptome lösen Madenwürmer aus?

Typisch ist starker Juckreiz am Po. Zudem lassen sich oftmals kleine Würmchen im Stuhl entdecken. Manchmal verläuft eine Infektion aber auch komplett ohne Symptome.

Was hilft gegen Würmer im Stuhl?

Mit Wurmmitteln und einigen Hygieneregeln, lassen sich die ungebetenen Gäste meist schnell entfernen. Hausmittel wie Papaya-Samen können hierbei unterstützen.

Welche Symptome verursachen Wurmerkrankungen?


Unklare Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafprobleme – hinter eher unspezifischen Symptomen stecken manchmal auch Wurmerkrankungen. Je nachdem, um welche Parasiten es sich handelt, können unterschiedliche Beschwerden auftreten

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Madenwürmer: Starker Juckreiz am Po

Am weitesten verbreitet sind hierzulande Madenwürmer (Enterobius vermicularis oder Oxyuris vermicularis). Auch wenn Eltern oft beunruhigt sind, sobald sie die kleinen fadenförmigen Würmer in der Windel, im Stuhl oder dem Schlafanzug ihres Nachwuchses finden – Madenwürmer sind in der Regel nicht gefährlich. Sie lösen aber häufig starken Juckreiz in der Pofalte aus, der nachts besonders ausgeprägt ist. Zu dieser Zeit wandern die weiblichen Würmer zum Darmausgang, um hier ihre Eier abzulegen. Bei starkem Madenwurm-Befall kann es durch das Kratzen auch zu Blutungen am After kommen.

Da Würmer nicht immer mit bloßem Auge sichtbar sind, sollten Eltern bei ihren Kindern auch Wurmerkrankungen in Betracht ziehen, wenn diese (aufgrund des starken Juckreizes) an Schlafstörungen und einer damit einhergehenden verstärkten Reizbarkeit sowie ständigen Müdigkeit leiden.

Steckbrief: Madenwürmer (Oxyuren)

Madenwürmer sind manchmal mit bloßem Auge im Stuhl erkennbar.

Aussehen: Die weißen Würmchen sind etwa einen halben Millimeter dick und besitzen einen spitz zulaufenden Schwanz.

Länge: Die Männchen erreichen eine Länge von bis zu 6 Millimetern, die Weibchen sogar bis 12 Millimeter.

Übertragung: Die Ansteckung erfolgt meist über mit Kotspuren verunreinigte Lebensmittel oder Gegenstände, die in den Mund genommen werden. Kinder infizieren sich zudem häufig selbst erneut, wenn sie sich am Po kratzen und die Finger anschließend wieder in den Mund nehmen.

Befall mit Spulwürmern eher unspezifische Symptome

Spulwürmer werden manchmal als Mitbringsel aus dem Urlaub in einem Tropengebiet mitgebracht. Sie können gelegentlich im Stuhl entdeckt werden, verursachen aber nicht immer Symptome, sodass ein Befall oftmals gar nicht bemerkt wird. Zu den eher unspezifischen Beschwerden, die mit einer Infektion einhergehen können, gehören:

  • Appetitlosigkeit (manchmal auch Heißhunger)
  • Bauchschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • allgemeines Unwohlsein

Über den Mund aufgenommene Eier gelangen in der Regel zunächst in den Dünndarm, wo sie sich zu Larven entwickeln und durch die Darmwand bohren. Über die Blutgefäße können sie schließlich in verschiedene Organe wie die Lunge wandern. Ist das der Fall, sind Fieber, Hustenanfälle (bei denen Spulwurmlarven zum Teil mit abgehustet werden) sowie Atembeschwerden möglich. Teilweise werden die Parasiten jedoch auch wieder verschluckt und landen erneut im Dünndarm. Hier entwickeln sie sich zu erwachsenen Würmern.

Kommt es zu einer Ansammlung vieler Spulwürmer im Verdauungstrakt, führt dies unter Umständen zu einem Darmverschluss – ein lebensgefährlicher Notfall, der unverzüglich behandelt werden muss. Bei sehr plötzlichen und heftigen, kolikartigen Bauchschmerzen oder sogar Erbrechen von Kot sollte daher unverzüglich der Notarzt gerufen werden.

Steckbrief: Spulwürmer (Askariden)

Spulwürmer haben ein regenwurmartiges Aussehen.

Aussehen: Die Parasiten, die vor allem in tropischen Gebieten weit verbreitet sind, erinnern an Regenwürmer.
Länge: Die Männchen können bis zu 25 Zentimeter, die Weibchen bis zu 50 Zentimeter lang werden.
Übertragung: Eier des Spulwurms werden meist über Lebensmittel aufgenommen. Zu den möglichen Infektionsquellen gehört beispielsweise nicht gewaschenes rohes Obst oder Gemüse.

Bandwürmer breiten sich im ganzen Körper aus

Weltweit existieren mehr als 3.500 Arten von Bandwürmern,4 in Deutschland hat vor allem der Rinderbandwurm größere Bedeutung. Bei einem Befall lassen sich manchmal lange, weißliche Wurmabschnitte im Stuhl finden.5 Eine Infektion muss keine Beschwerden verursachen, möglich sind jedoch folgende Symptome:

Steckbrief: Bandwürmer (Zestoden)

Der Bandwurm besitzt kettenförmig angehängte Körperabschnitte, die ihm ein gürtelähnliches Aussehen verleihen.

Aussehen: Die meisten Bandwürmer besitzen am Kopf vier Saugnäpfe sowie mehrere Haken, um sich an der Darmwand festzukrallen. Wie ihr Name bereits vermuten lässt, ähnelt ihre Form einem flachen Band.

Länge: Voll ausgebildet kann der Rinderbandwurm beispielsweise bis zu 15 Meter erreichen.5 Aber es gibt auch kleinere Vertreter wie den Fuchsbandwurm, der maximal auf eine Länge von 2 bis 4 Millimeter kommt.6

Übertragung: Je nachdem, um welchen Bandwurm es sich handelt, sind verschiedene Ansteckungswege möglich. Der Rinderbandwurm kann beispielsweise in rohem oder halbgarem Fleisch lauern. Andere Bandwürmer können durch engen Kontakt mit Tieren übertragen werden.

Eine spezielle Gattung, vor der häufig auf Schildern entlang von Wanderwegen gewarnt wird, ist der Fuchsbandwurm. Mit einer Länge von nur wenigen Millimetern ist er verhältnismäßig kurz.7 Zu Infektionen kommt es beispielsweise durch den Verzehr von Waldbeeren, bodennahen Früchten und Pilzen sowie dem Streicheln von infizierten Tieren. In Deutschland ist der Fuchsbandwurm zwar relativ selten, jedoch kann er für den Menschen sehr gefährlich werden. Das Tückische an einer Ansteckung ist, dass sie meist viele Jahre unbemerkt bleibt. Bis sich Symptome zeigen, können 10 bis 15 Jahre vergehen.6 Die Larven des Fuchsbandwurms breiten sich mit der Zeit in verschiedenen Organen wie der Lunge, dem Gehirn oder der Leber aus und führen unbehandelt zu einem tödlichen Leberversagen.

Woher kommen Würmer im Stuhl?


Eine Ansteckung mit Würmern kann auf verschiedene Arten erfolgen. Meist gelangen jedoch ansteckungsfähige Wurmeier über den Mund in den menschlichen Körper.

Dies ist beispielsweise auch bei den Madenwürmern der Fall, von denen vor allem kleine Kinder betroffen sind. Denn sobald die Kleinen greifen können, stecken sie sich meist alles in den Mund, was ihnen in die Finger kommt. Dazu zählen leider auch manchmal Gegenstände wie Sandspielzeug, auf denen sich Spuren von kontaminierten Kotresten befinden. Darüber hinaus kann es immer wieder zur Selbstansteckung kommen: Da die Wurmerkrankung einen starken Juckreiz am After auslöst, gelangen die Eier beim Kratzen schnell an die Finger oder unter die Fingernägel. Werden anschließend andere Gegenstände oder der Mund berührt, stecken sich Betroffene daher häufig immer wieder selbst an (Autoinfektion). Aber auch andere Familienmitglieder können sich leicht infizieren, sofern keine hygienischen Maßnahmen wie ständiges Händewaschen eingehalten werden.

Des Weiteren ist eine Übertragung von Würmern durch den Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln möglich. Bandwurmlarven sind zum Beispiel manchmal in rohem Fleisch enthalten. Der Fuchsbandwurm findet sich hingegen eher auf bodennah wachsendem Gemüse, Pilzen oder Waldbeeren. Zudem können Würmer über das Anfassen von kontaminierter Erde oder Sand in den menschlichen Körper gelangen (wenn die Hände anschließend in den Mund genommen werden).

Ist eine Übertragung durch Haustiere möglich?

Würmer sind Parasiten, also Schmarotzer, die auf Kosten anderer leben. Der Mensch ist der einzige Wirt des Madenwurms — Sie müssen also keine Angst haben, sich bei Ihrem Haustier zu infizieren.8 Andere Wurmarten wie Haken-, Band- oder Spulwürmer können jedoch von Katzen oder Hunden auf Menschen übertragen werden. Daher sollten ihre Besitzer sie regelmäßig entwurmen und bei akutem Befall auf intensives Kuscheln verzichten.

Wie lassen sich Wurmerkrankungen feststellen?


Bei Verdacht auf eine Erkrankung mit Madenwürmern kann der Arzt einen Klebestreifen-Abklatsch-Test empfehlen. Dafür erhalten Sie von ihm einen Umschlag mit drei Glaskörpern (Objektträgern) und durchsichtigen Klebestreifen. Mithilfe dieser Utensilien können Erwachsene bei sich selbst und Eltern bei ihren Kindern einen Nachweis auf Würmer durchführen. So funktioniert es:

  • Drücken Sie den transparenten Klebestreifen („Tesafilm“) morgens vor dem ersten Toilettengang mit der Klebeseite mehrmals hintereinander auf die Region um den After.
  • Anschließend wird dieser mit der klebenden Seite nach unten auf einem Objektträger befestigt.
  • Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen, sollte mindestens an drei verschiedenen Tagen ein Abklatsch genommen werden.1 Anschließend werden die Objektträger in den Umschlag gesteckt und zum Arzt gebracht.
  • Dieser oder eine Sprechstundenhilfe schauen dann unter einem Mikroskop nach, ob sich, für das bloße Auge nicht sichtbare, Wurmeier auf dem Klebestreifen befinden.

Bei der Diagnose anderer Wurmarten können dem Arzt zudem bildgebende Verfahren, Stuhl- sowie Blutuntersuchungen Aufschluss geben.

Wichtig:

Wenn Sie Würmer im Stuhl bemerken, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Der Besuch beim Fachmann ist in jedem Fall anzuraten, wenn Sie

  • vorher Urlaub in einem tropischen oder subtropischen Land gemacht haben,
  • schwanger sind sowie
  • an unklaren Magen-Darm-Beschwerden, Husten mit blutigem Auswurf oder rektalen Blutungen

Auch wenn Ihr Kind betroffen ist, sollten Sie immer einen Mediziner aufsuchen.

Was hilft gegen Würmer im Stuhl?


Bei Verdacht auf eine Wurmerkrankung ist der Haus- beziehungsweise Kinderarzt die erste Anlaufstelle. Er erfasst zunächst alle Schilderungen über die Würmer beziehungsweise befragt Betroffene ausführlich zu ihren Symptomen. Eine Infektion mit Darmparasiten lässt sich in der Regel einfach mit Medikamenten behandeln. Der Erfolg der Therapie wird dabei jedoch zusätzlich vom Einhalten hygienischer Maßnahmen beeinflusst. Und auch einige Hausmittel können unterstützend wirken.

Zu den einzelnen Behandlungsstrategien:

Medikamentöse Behandlung bei Wurmerkrankungen

Bei einfachen Wurmerkrankungen (beispielsweise einer Infektion mit Madenwürmern) können sich Betroffene in der Apotheke oftmals selbst ein Mittel zur Behandlung besorgen. Ein Befall mit Madenwürmern, Spulwürmern oder einem Bandwurm ist mit wurmabtötenden Medikamenten (Antihelminthika) in der Regel gut therapierbar. Wurmmittel gelten als gut verträglich, nur selten werden Nebenwirkungen wie Durchfall, Kopf- oder Bauchschmerzen beschrieben.
Je nach Präparat wirken die Medikamente, indem sie

  • Würmer lähmen, wodurch sie lebend mit dem Kot ausgeschieden werden oder
  • dieNährstoffaufnahme der Würmer blockieren, damit sie absterben und ebenfalls über den Darm aus dem Körper befördert werden.

Wurmmittel sind in verschiedenen Darreichungsformen wie Tabletten oder Säften erhältlich. Die Einnahme dauert in der Regel nur einen bis wenige Tage,9 jedoch kann eine Wiederholung der Therapie nach etwa zwei bis drei Wochen notwendig sein, um auch eine erneute Ansteckung zu verhindern.9
Bei wiederkehrenden Infektionen hat es sich zudem als sinnvoll erwiesen, gleichzeitig auch alle anderen Mitglieder eines Haushalts (sowie Sexualpartner) mit zu behandeln – auch wenn diese keine Symptome zeigen.

Gut zu wissen:

Nur in sehr seltenen Fällen ist eine operative Entfernung (meist größerer Bandwürmer) notwendig.

Hygienemaßnahmen bei einem Wurmbefall

Parallel zur schulmedizinischen Behandlung ist es wichtig, bei Wurmerkrankungen streng auf die Hygiene zu achten. Ansonsten kann eine erneute Ausbreitung der Würmer begünstigt werden.

Empfohlen werden folgende Hygienetipps:

  • Die Hände müssen häufig und gründlich mit Seife gewaschen werden – insbesondere vor dem Essen, nach jedem Toilettengang und nach dem Spielen beziehungsweise Aufenthalt im Freien.
  • Da die Wurmeier durch das Kratzen am After unter die Fingernägel gelangen können, ist es ratsam, sie möglichst kurz zu schneiden und regelmäßig abzubürsten. Das Kauen von Nägeln sollte vermieden werden.
  • Der Analbereich muss täglich sorgfältig gewaschen werden, vor allem morgens nach dem Aufstehen. Bei Mädchen oder Frauen sollte darüber hinaus auch die Scheide gründlich gereinigt werden, da es auch hier zu einem Befall kommen kann.
  • Kleidung und Bettwäsche gilt es täglich zu wechseln und bei mindestens 60° Celsius zu waschen.
  • Handtücher und Waschlappen dürfen während dieser Zeit nicht von anderen Personen benutzt werden.

Es ist zudem wichtig, dass alle Mitbewohner über das Krankheitsbild sowie Ansteckungsmöglichkeiten aufgeklärt werden. Die Infektion ist zwar nicht meldepflichtig, dennoch sollten Eltern den Kindergarten oder die Schule informieren, wenn sich ihr Kind infiziert hat. Und auch Spielkameraden oder befreundete Familien sollten über den Befall unterrichtet werden. Machen Sie sich bewusst, dass eine Wurmerkrankung kein Grund zur Scham ist. Sie kann grundsätzlich jeden treffen und ist kein Zeichen mangelnder Hygiene.

Wichtig:

Darmparasiten können ebenfalls beim Sex übertragen werden. Informieren Sie daher auch Geschlechtspartner über eine Infektion.

Hausmittel gegen Würmer im Stuhl

Unterstützend zu den Hygienetipps und Medikamenten gibt es auch einige Hausmittel gegen Würmer. Dazu gehören beispielsweise:

  • Papaya-Samen: In tropischen Ländern gelten die Kerne der exotischen Früchte schon lange als Hausmittel bei Würmern. Aber auch eine nigerianische Studie, die 2007 im „Journal of Medicinal Food“ erschienen ist, konnte einen positiven Effekt von Papaya-Samen bei Wurmerkrankungen bestätigen. Bei der Untersuchung nahmen 60 an Parasiten erkrankte Kinder (zwischen 3 und 6 Jahren) teil. Bei den Kindern, die Papaya-Samen und Honig bekommen hatten, reduzierte sich die Anzahl an Darmparasiten um 71,4 bis 100 Prozent, während die Würmer bei Kindern in einer Vergleichsgruppe (die nur Honig bekamen) um lediglich 0 bis 15,4 Prozent abnahmen.10
  • Kürbissamen: In früheren Zeiten wurden auch Kürbissamen als Wurmmittel, besonders gegen Band- und Spulwürmer, eingesetzt. Da mittlerweile jedoch gut verträgliche Antihelminthika existieren, spielen sie heute keine große Rolle mehr.11
  • Knoblauch: Auch wenn es keine wissenschaftlichen Nachweise dafür gibt, schwören viele Menschen auf Knoblauch bei Würmern. Dieser kann roh oder in Form von Säften verzehrt werden.

Einige Heilpraktiker empfehlen zusätzlich eine Darmreinigung. Während dieser mehrwöchigen Kur, soll auf Zucker beziehungsweise generell auf Kohlenhydrate verzichtet werden. Der Erfolg von Darmreinigungen bei Wurmerkrankungen ist jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen. Eine solche Ernährungsumstellung sollte zudem vorher ärztlich abgeklärt werden.

Wichtig:

Wenn Sie eine natürliche Behandlung von Würmern bevorzugen, sollten Sie sich unbedingt von einem Arzt beraten lassen. Er kann kontrollieren, ob die Therapie erfolgreich war. Denn auf Dauer können Würmer gesundheitliche Probleme verursachen.

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