Salmonellenvergiftung: Die Gefahr aus dem Essen

18. September 2018

Bei einer Salmonellenvergiftung gelangen krankmachende Bakterien, die Salmonellen (lat. Salmonella) in Magen und Darm. Die Infektion erfolgt meist durch Speisen, aber auch durch direkten Kontakt mit kontaminierten Flächen oder Händen. Je nach Salmonellenart und Zustand des Immunsystems verläuft eine Erkrankung unterschiedlich. Lesen Sie hier mehr zur Vergiftung mit Salmonellen, warum sie ansteckend sind, welche Symptome als typisch gelten und wie die Behandlung aussieht.

Das Wichtigste über Salmonellenvergiftungen auf einen Blick

  • Salmonellen gehören zu den häufigen bakteriellen Durchfall-Verursachern weltweit.
  • In Deutschland müssen Salmonellenvergiftungen gemeldet werden.
  • Derzeit gibt es über 2.500 unterschiedliche Salmonellenarten.1 Nur ein kleiner Teil davon ist für den Menschen gesundheitsschädlich und für Salmonellenvergiftungen verantwortlich.
  • Salmonellen sind wahre Überlebenskünstler.
  • Durch Einfrieren sterben sie nicht ab.
  • Allerdings setzt ihnen Hitze zu: Temperaturen über 70 Grad Celsius töten Salmonellen ab.1

Vergiftung mit Salmonellen: Diese Symptomen sprechen dafür

Bei einer Infektion mit Salmonellen sind verschiedene Symptome möglich. Diese ähneln meist denen einer Magen-Darm-Infektion. Folgende Beschwerden können auftreten und über mehrere Tage hinweg anhalten:1

  • Übelkeit, Erbrechen, plötzlich einsetzender Durchfall (eventuell mit Blutbeimengungen)
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit, Schwächegefühl
  • leicht erhöhte Temperatur (eventuell auch Fieber bis 39 Grad Celsius)2
  • Bauchkrämpfe mit schmerzhaften Stuhlentleerungen

Salmonellen können über die Darmwand in die Blutbahn gelangen, was insbesondere bei Personen mit geschwächtem Immunsystem vorkommt. In solchen Fällen sind Komplikationen an anderen Organen als dem Darm möglich, etwa in Form von Abszessen (abgekapselte Eiteransammlungen), Hirnhautentzündungen oder Infektionen des Nieren- und Blasensystems. Symptome wie sehr hohes Fieber oder Schüttelfrost sind Anzeichen für einen solchen Krankheitsverlauf bedingt durch Salmonellen und bedürfen unverzüglich einer ärztlichen oder sogar intensivmedizinischen Behandlung.

Wichtig:
Eine Salmonellenvergiftung kann mitunter stark wässrige Durchfälle hervorrufen. Mit der Flüssigkeit besteht die Gefahr, wichtige Elektrolyte (Mineralien wie Kalium, Magnesium oder Calcium) in großen Mengen zu verlieren. Ohne schnellen Ausgleich dieses Flüssigkeitsverlustes und der Mineralsalze drohen Austrocknung, Bewusstseinsstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Vor allem bei Kindern und älteren Menschen besteht dann Lebensgefahr.

Sind Salmonellen ansteckend?

Mikroskopische Aufnahme von Salmonellen, die zu einer Salmonellenvergiftung führen können.

Landwirtschaftliche Nutztiere können Salmonellen in sich tragen und somit ansteckend sein, ohne jedoch selbst zu erkranken. Dient das Vieh der Lebensmittelerzeugung, ist eine Weitergabe an den Menschen möglich. Aus diesem Grund gelten Erzeugnisse dieser Nutztiere als Auslöser der klassischen Lebensmittelvergiftungen. Werden zum Beispiel Fleischgerichte nicht ausreichend erhitzt oder längere Zeit bei unter 70 Grad Celsius warmgehalten, vermehren sich die Erreger.

Salmonellen sind aber auch von Mensch zu Mensch ansteckend. Betroffene können nach einer Salmonellenvergiftung noch über Wochen oder gar Monate ein sogenannter „Dauerausscheider“ sein. Das bedeutet, dass noch im Darm befindliche Salmonellen beim Toilettengang den Körper verlassen – und das obwohl der Patient bereits wieder genesen ist. Über diesen Weg erfolgt durch mangelnde Hygiene eine Übertragung von Mensch zu Mensch.

Insbesondere bei Kleinkindern, alten Menschen sowie Personen mit geschwächter Infektabwehr besteht die Gefahr, dass sie sich auf diese Weise mit den Salmonellen anstecken. Wichtig ist es daher, sich regelmäßig vor dem Essen die Hände zu waschen.

Vorbeugen ist möglich: So schützen Sie sich vor einer Salmonellenvergiftung

Allgemeine Hygienemaßnahmen im Alltag schützen in der Regel vor einer Salmonellenvergiftung. Folgendes sollten Sie beispielsweise beachten:

  • vor der Zubereitung von Speisen immer die Hände gründlich waschen, und zwar mit Wasser und Seife
  • auch vor jedem Essen die Hände reinigen und dabei Seife benutzen
  • in der Küche stets frische und bei 90 Grad Celsius waschbare Tücher und Lappen verwenden1
  • Eier, Fleisch, Wurst, Geflügel sowie Meerestiere zum Schutz vor Salmonellen sofort nach dem Einkauf im Kühlschrank aufbewahren
  • Kühlschranktemperatur vor allem im Sommer regelmäßig kontrollieren und am besten unterhalb von sechs Grad Celsius halten
  • Auftauwasser von Geflügel und Wild sofort weggießen und entsprechende Oberflächen (Bretter, Messer und weitere Utensilien) heiß abspülen
  • bei Essen aus der Mikrowelle auf eine vollständige und gleichmäßige Erhitzung achten

Mit diesen Hygienetipps reduzieren Sie die Ansteckungsgefahr mit Salmonellen.

Warum kommen Salmonellen gerade aus dem Ei?

Hühner und anderes Geflügel tragen oft Salmonellen im Körper, wobei sie nur selten auch daran erkranken. Die in Deutschland häufigsten Salmonellen, die für den Menschen gefährlich werden können, finden sich im Ei. Werden etwa Speisen aus rohen Eiern (zum Beispiel Desserts wie Tiramisu) zubereitet oder eihaltige Gerichte vor dem Essen nicht genügend erhitzt, können Salmonellen überleben und eine Salmonellenvergiftung hervorrufen.

Die gute Nachricht: Seit 2008 verzeichnen die Gesundheitsämter deutlich weniger Infektionen durch Eier und Co., nachdem eine bundesweite Impfpflicht gegen Salmonellen bei Geflügel eingeführt wurde.1

Infektion mit Salmonellen: Möglichkeiten der Behandlung

Die Therapie einer Salmonellenvergiftung wird darauf abgestimmt, wie die Erkrankung verläuft: Ist ausschließlich der Magen-Darm-Trakt infiziert oder sind die Bakterien in den Blutkreislauf gelangt?

Die Behandlung, wenn nur der Magen-Darm-Trakt von Salmonellen befallen ist

Stellt der Arzt fest, dass sich die Vergiftung mit Salmonellen auf den Magen-Darm-Bereich beschränkt, so konzentriert sich die Behandlung darauf, den durchfallbedingten Wasser- und Elektrolytverlust auszugleichen. Optimal sind fertig portionierte Pulverbeutel aus der Apotheke, die Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten und isotonisch wirken. Sie werden mit einer bestimmten Wassermenge aufgelöst und dann schluckweise getrunken. Gerade für Kinder mit Durchfall ist der Flüssigkeitsersatz enorm wichtig, da sie viel schneller als Erwachsene dehydrieren (austrocknen). Für die Kleinen eignen sich Pulverbeutel mit kindgerechten, fruchtigen Geschmacksrichtungen.

Bei bestimmten Patienten (beispielsweise Babys, kleinen Kindern, alten Menschen und Personen mit Vorerkrankungen) kann der Arzt auch dann eine Behandlung mit Antibiotika verordnen, wenn ausschließlich der Magen-Darm-Trakt von der Salmonellenvergiftung betroffen ist.1 Die Medikamente wirken gegen Bakterien wie Salmonellen und verhindern deren Verbreitung.

Gut zu wissen
Bei allen Durchfallerkrankungen, die mit Fieber oder erhöhter Temperatur einhergehen, darf der Durchfall nicht durch Loperamid-haltige Medikamente gestoppt werden. Der Wirkstoff Loperamid vermindert die Darmmotilität, also die natürlichen Darmbewegungen. Fehlen diese, verbleiben auch die Salmonellen und deren Toxine (Giftstoffe) länger im Körper, da sie langsamer oder gar nicht mehr ausgeschieden werden.

Sind Bakterien im Blutkreislauf, ist schnelle Hilfe lebensrettend

Schaffen die Salmonellen den Übergang vom Darm ins Blut, ist eine Sepsis (Blutvergiftung mit Fehlfunktion innerer Organe) möglich. Die Sepsis gilt als schwerste Verlaufsform von Infektionskrankheiten und kann tödlich enden.3 Der Arzt muss hier in kürzester Zeit eine Behandlung zur Bekämpfung der Salmonellen einleiten. Dazu gehört ein geeignetes Antibiotikum zur Bekämpfung der Bakterien. Je nach Krankheitsverlauf sind eine intensivmedizinische Betreuung sowie weitere Medikamente erforderlich.

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