Welche Medikamente helfen bei Magen-Darm-Grippe?

18. September 2018

In manchen Fällen kann es nötig sein, bei einer Magen-Darm-Grippe Medikamente einzunehmen. Wann ist dies der Fall? Welche Wirkstoffe gibt es und was kann man tun, wenn man keine Medikamente nehmen möchte? Wir informieren Sie rund um das Thema Medikamente bei Magen-Darm-Grippe.

Wann sind Medikamente nötig?

Meistens lässt sich eine Magen-Darm-Grippe ohne Arztbesuch oder Medikamente durchstehen. Bei schweren Fällen ist es jedoch wichtig, einen Arzt aufzusuchen, der das richtige Medikament verschreiben kann. Um solch schwere Fälle handelt es sich dann, wenn die Symptome sehr heftig sind und die Magen-Darm-Grippe länger dauert als gewöhnlich, also über eine Woche anhält. Genauso sollten Sie zum Arzt gehen, wenn Sie Fieber über 38 Grad Celsius oder zum Beispiel Blut oder Schleim im Stuhl haben. Bei Kleinkindern und älteren Menschen ist ein Arztbesuch generell zu empfehlen.

Welche Medikamente gegen Magen-Darm-Grippe gibt es?

Der Arzt kann Medikamente je nach Erreger oder gewünschter Wirkung verschreiben. Einige Präparate sind in Apotheken auch ohne Rezept erhältlich. Medikamente gegen Magen-Darm-Grippe auf eigenes Gutdünken einzusetzen, ist allerdings nicht einfach, da es viele Präparate mit unterschiedlicher Wirkweise gibt. Hinzu kommt, dass die Magen-Darm-Grippe eine komplexe Erkrankung mit vielen möglichen Erregern ist.

Grundsätzlich kann man zwei Arten von Medikamenten unterscheiden: Medikamente, die gegen die Symptome der Erkrankung helfen, und solche, die die Ursache des Infekts bekämpfen.

Medikamente gegen die Symptome der Magen-Darm-Grippe

  • Medikamente gegen Durchfall werden auch bei anderen Krankheitsbildern eingesetzt und sind freiverkäuflich. Oft enthalten sie Aktivkohle, die auf natürliche Weise Flüssigkeit im Darm bindet. Außerdem können sogenannte Motilitätshemmer wie zum Beispiel Loperamid den Durchfall stoppen, indem sie die Darmbewegung einschränken. So bleibt die Nahrung länger im Darm und Flüssigkeit sowie Nährstoffe können wieder aufgenommen werden.
  • Gegen starkes Erbrechen helfen sogenannte Antiemetika, die direkt auf das Brechzentrum im Gehirn einwirken. Es gibt sowohl chemische als auch pflanzliche Antiemetika, die pflanzlichen Mittel sind rezeptfrei erhältlich.
  • Gegen krampfartige Bauchschmerzen setzt man unter anderem das Spasmolytikum Butylscopolamin ein, das in der Apotheke ohne Rezept zu kaufen ist. Mittel aus der Gruppe der Spasmolytika lösen Krämpfe, indem die Muskulatur im Magen-Darm-Trakt entspannt wird.

Auch wenn die Symptome der Magen-Darm-Grippe sehr unangenehm sind und Betroffene entkräften, haben sie doch einen Sinn. Denn durch Erbrechen und Durchfall wehrt sich der Körper gegen den Erreger und versucht, ihn loszuwerden. Aus diesem Grund ist ein Unterdrücken der Beschwerden nur eingeschränkt empfehlenswert.

Bei Magen-Darm-Grippe durch bakterielle Infektionen werden vom Arzt eventuell Antibiotika verordnet, um die Krankheitsdauer zu verkürzen. In folgenden Fällen kann Antibiotika zum Einsatz kommen:

  • bei bestehender Immunschwäche
  • bei Frühgeborenen
  • im ersten Drittel der Schwangerschaft
  • bei heftig verlaufenden Krankheiten
  • bei blutigen Durchfällen
  • bei bestimmten, gefährlichen Erregern wie Salmonella typhi, Amöben und Clostridium difficile

Gibt es Impfungen gegen Magen-Darm-Grippe?

Es gibt Schutzimpfungen gegen einige Formen von Magen-Darm-Grippe, etwa gegen Rotaviren, Typhus oder Cholera. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, ob bei Ihnen eine Impfung infrage kommt.

Alternativen zu Medikamenten

Wer lieber auf Medikamente verzichten möchte, kann darauf setzen, der Magen-Darm-Grippe vorzubeugen. Doch auch wenn Sie sich den Infekt bereits eingefangen haben, gibt es einige Hausmittel, die helfen können.

Wie kann man der Magen-Darm-Grippe vorbeugen?

In der Regel sind Magen-Darm-Infekte hochansteckend, weshalb gründliches Händewaschen sehr wichtig ist

Hygienemaßnahmen:
Magen-Darm-Infekte sind meist hochansteckend. Achten Sie daher stets auf Händedesinfektion und gründliches Händewaschen, wenn Sie mit Erkrankten in Kontakt kommen oder selbst krank sind. Im Handel gibt es Desinfektionsmittel und -sprays, die speziell gegen Erreger der Magen-Darm-Grippe wirksam sind. Vorsicht gilt auch bei Kontakt mit Nahrungsmitteln, da Erreger so in den Magen-Darm-Trakt gelangen können.

Auf der Reise:
Magen-Darm-Grippe im Urlaub ist leider keine Seltenheit. Wenn Sie eine Fernreise machen, sollten Sie besonders darauf achten, sich nicht mit Erregern der Magen-Darm-Grippe zu infizieren. Essen Sie am besten nur gekochte Speisen und kochen Sie Trinkwasser ab oder kaufen es in verschlossenen Flaschen. Manchmal ist es auch sinnvoll, Medikamente zum Beispiel gegen Durchfall mit auf die Reise zu nehmen.

Weitere Tipps und Hausmittel

Folgende Tipps haben sich bewährt:

  • Schonkost: Bei Magen-Darm-Grippe möglichst nur leichte Kost wie Zwieback zu sich nehmen. Allerdings nicht vollständig auf Kost verzichten, weil das die Krankheit eher verlängert.
  • Generell viel trinken: Es sollten circa 2,5 Liter Flüssigkeit sein.
  • Durch Brechdurchfall verliert der Körper Mineralien wie Natrium und Kalium, die man durch Brühe, Salzstangen und Bananen wiederaufnehmen kann.

Welche Hausmittel Sie noch ausprobieren können:

  • Äpfel binden Keime: Ein geriebener Apfel oder Apfelpektin aus der Apotheke kann Schadstoffe schnell aus dem Körper schleusen.
  • Gegen Durchfall kann eine Messerspitze geriebene Muskatnuss helfen.
  • Ingwer- oder Pfefferminztees sind gut gegen Übelkeit und Erbrechen.

Bei einer Magen-Darm-Grippe ist es außerdem ratsam, Bettruhe zu halten. Schonen Sie sich, denn so kann Ihr Immunsystem besonders effektiv gegen die Erreger vorgehen und es geht Ihnen schnell wieder besser.

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