Blinddarmentzündung: Symptome früh erkennen

Eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) lässt sich in der Regel gut behandeln – vorausgesetzt die Symptome werden rechtzeitig erkannt. Das tückische an einer Blinddarmentzündung ist allerdings, dass die Symptome zunächst harmlos beginnen. Erfahren Sie hier, wie Sie die Anzeichen früh erkennen können.

Die Symptome der Blinddarmentzündung beginnen unauffällig

Eine Blinddarmentzündung erkennt man durch den charakteristischen Schmerz auf der rechten Seite

Einfache Bauchschmerzen? Oder eine Blinddarmentzündung? Das ist in der ersten Phase noch schwer zu unterscheiden. Die Symptome einer Blinddarmentzündung äußern sich zunächst in stechenden oder ziehenden Schmerzen im Oberbauch oder auf Höhe des Nabels. Da die Beschwerden zu Beginn noch sehr unspezifisch sind, werden sie zum Beispiel auch leicht mit harmloseren Magen-Darm-Beschwerden verwechselt.

„Wandernder Schmerz“ und weitere Blinddarm-Symptome

In etwa acht bis zwölf Stunden wandert der anfängliche Schmerz im Oberbauch hinunter in den Unterbauch. Wichtig ist nun, auf welcher Seite der Schmerz auftritt, also rechts oder links. Da sich der Blinddarm rechts befindet, ist ein Schmerz auf der rechten Seite charakteristisch für eine Blinddarmentzündung.

Betroffene beobachten häufig, dass ihre Bauchdecke an dieser Stelle ungewöhnlich angespannt ist. Des Weiteren können in der akuten Phase der Blinddarmentzündung noch folgende Symptome hinzukommen:

  • erhöhter Puls
  • verstärktes Schwitzen
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • leichtes Fieber (39 Grad Celsius)

Auffällig ist außerdem, dass viele Patienten Probleme haben, ihr rechtes Bein zu heben. Allgemein nehmen die Schmerzen beim Gehen zu, sodass Erkrankte in einer Art Schonhaltung laufen, die Mediziner als „Schonhinken“ bezeichnen.

Unterschiedliche Symptome bei einer Blinddarmentzündung

Neben dem klassischen Verlauf einer Blinddarmentzündung können sich die Symptome in verschiedenen Risikogruppen vom „normalen“ Verlauf unterscheiden. So weichen die typischen Blinddarmsymptome vor allem bei Kindern, älteren Menschen und schwangeren Frauen ab, was die Diagnose der Erkrankung hinauszögern kann. Die Symptome sind sich dann insbesondere hinsichtlich der Stärke und Ausprägung unähnlich.

Blinddarm-Symptome bei Kindern

In Deutschland werden jährlich etwa 28.000 Kinder bis 15 Jahre wegen einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus behandelt. Bei Kleinkindern (unter zwei Jahren) kommt es selten zu einer Blinddarmentzündung, am häufigsten ist die Altersgruppe der Elf- bis Zwanzigjährigen betroffen.

Da Kinder häufiger an Bauchschmerzen leiden, gestaltet sich die Diagnose bei ihnen nicht einfach. Hat das Kind jedoch über einen Zeitraum von drei Stunden hinweg starke, krampfartige Beschwerden im Unterbauch, liegt der Verdacht einer Blinddarmentzündung nahe. Die Kinder sind in der Regel am Bauch sehr berührungsempfindlich und aufgrund starker Schmerzen nicht in der Lage, ihr rechtes Bein anzuheben. In diesem Fall sollten Eltern mit ihren Kindern schnellstmöglichst zum Arzt, um einen lebensbedrohlichen Blinddarmdurchbruch zu vermeiden.

Blinddarmentzündung: Bei älteren Menschen schwache Symptome

Bei älteren Menschen sind die Symptome einer Blinddarmentzündung meist nur schwach ausgeprägt und gehen selten mit Erbrechen oder Fieber einher. Aus diesem Grund wird eine Blinddarmentzündung oft nicht sofort erkannt, wodurch jedoch Komplikationen wahrscheinlicher werden. Auch hier besteht die Gefahr eines Blinddarmdurchbruchs, weshalb eine Operation meist zügig nach der Diagnose des Arztes erfolgt.

Untypische Blinddarm-Symptome in der Schwangerschaft

Besondere Risiken bestehen, wenn eine Appendizitis während der Schwangerschaft auftritt. Die Diagnose einer Blinddarmentzündung ist erschwert, da die Symptome nur schwer von normalen Schwangerschaftsbeschwerden zu unterscheiden sind. Zudem müssen die Schmerzen nicht auf den rechten Unterbauch begrenzt sein, sondern können an ganz untypischen Orten wie dem Oberbauch oder Rücken auftauchen. Der Grund: Durch die Vergrößerung der Gebärmutter wird der Wurmfortsatz in den Oberbauch verdrängt.

Besteht der Verdacht einer Blinddarmentzündung, müssen Schwangere unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Das Risiko eines Darmdurchbruchs ist durch die Schwangerschaft erhöht. Bestätigt der Arzt den Verdacht, wird der Wurmfortsatz durch eine Operation entfernt. Eine Gefahr für das ungeborene Kind besteht dabei für gewöhnlich nicht.

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