Verstopfung: Typische Symptome und Anzeichen

17. September 2018

Jeder Mensch ist unterschiedlich, auch im Hinblick auf die Verdauung. So ist die Häufigkeit des Stuhlgangs individuell verschieden – daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn für ein bis zwei Tage keine Darmentleerung erfolgt. Doch was ist noch normal und wann bestehen Anzeichen einer Verstopfung (Obstipation)?

Von einer Verstopfung wird erst gesprochen, wenn ein oder mehrere der folgenden Symptome auftreten:

  • weniger als drei Stuhlgänge pro Woche
  • Darm kann nur unter starkem Pressen entleert werden
  • harter und klumpiger Stuhlgang
  • geringe Stuhlmenge und Gefühl unvollständiger Darmentleerung

Auch Menschen, die täglich zur Toilette gehen, können Anzeichen einer Verstopfung aufweisen. Entscheidend für die Diagnose ist, dass der Darm nur auf beschwerliche Weise entleert werden kann.

Weitere Symptome im Zusammenhang mit Verstopfung

Zu den typischen Symptomen bei Verstopfung gehören Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähungen

Wenn die Verdauung stockt, hat das nicht nur Auswirkungen auf den Stuhlgang. Der Darminhalt wird mit zunehmender Verweildauer immer umfangreicher und dehnt den Darmabschnitt aus. Der dadurch entstehende Druck auf umliegende Organe führt zu Bauchschmerzen und Völlegefühl. Je nachdem, wo die Verstopfung im Darm sitzt, können auch Symptome wie Sodbrennen oder Übelkeit auftreten.

Ebenfalls typische Begleiterscheinungen einer Verstopfung sind Blähungen. Im Verdauungsprozess entsteht Luft. Es ist normal, dass diese hin und wieder entweicht. Bei einer Verstopfung kann sich die Luft jedoch hinter dem Stuhl anstauen. Es entsteht ein Blähbauch, der häufig schmerzhafte Bauchkrämpfe nach sich zieht. In sehr ausgeprägten Fällen können Blähungen sogar zu Atemnot, Schmerzen in der Brust und Schwindelgefühl führen.

Wenn die Verdauung nicht richtig funktioniert, wirkt sich das auf den gesamten Körper aus. Schadstoffe bleiben bei einer Verstopfung länger im Körper. Nährstoffe werden nicht so effektiv verarbeitet, was zu einer Unterversorgung führen kann. Deshalb fühlen sich Menschen, die über längere Zeit unter Verdauungsproblemen leiden, meist abgeschlagen und müde und neigen zu vermehrten Kopfschmerzen.

Harter Stuhlgang: Verletzungsgefahr für Darm und After

Der feste Stuhlgang, der die Verstopfung auslöst, verursacht aber noch andere Symptome. Die harte Oberfläche kann dazu führen, dass die Darmwand beschädigt wird. Im Inneren des Körpers können solche Verletzungen unbemerkt bleiben. Sie sind jedoch problematisch, weil dadurch Fremdstoffe und Krankheitserreger in die Darmwand eindringen und die Verdauungsprobleme noch verstärken können. Ein Hinweis auf Verletzungen der Darmwand ist Blut im Stuhl.

Wichtig: Blut im oder auf dem Stuhl ist immer ein Anlass, einen Arzt aufzusuchen, um die genauen Ursachen abzuklären.

Besonders anfällig für Risse ist der Bereich des Afters. Die damit verbundenen brennenden Schmerzen beim Ausscheiden sind für Betroffene äußerst unangenehm. Viele beginnen, den Stuhlgang aus Angst vor weiteren Verletzungen zurückzuhalten, was die Verstopfung noch verstärkt.

Starkes Pressen beim Stuhlgang begünstigt eine Vergrößerung und das Hinausstülpen von Hämorrhoiden. Das Hämorrhoidal-Geflecht sitzt über dem Schließmuskel und dichtet den Darm zusätzlich nach außen ab. Leiert das Gewebe aus, kann es beim Stuhlgang zu Verletzungen der Blutgefäße kommen, sie treten durch den After nach außen und verursachen brennende Schmerzen. Es kommt häufig zu Blutungen, die sich auf dem Stuhl oder nur im Toilettenpapier zeigen.

Anzeichen einer Verstopfung – wann zum Arzt?

In den meisten Fällen ist die Verstopfung nur von vorübergehender Natur und die Symptome klingen bald wieder ab. Bestehen die Beschwerden jedoch drei Monate oder länger, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, denn dann kann es sich um eine chronische Verstopfung handeln. Längerfristige Verdauungsprobleme sind nicht nur eine Belastung für die Betroffenen, sie stellen auch ein Gesundheitsrisiko dar. Abführmittel sind in aller Regel nur für den kurzfristigen Gebrauch geeignet, einige können die Verstopfung bei häufiger Einnahme noch verstärken. Durch einen frühzeitigen Besuch beim Arzt lässt sich dieser Teufelskreis vermeiden. Ein Arzt klärt die genauen Ursachen der Verstopfung und findet so die geeignete Behandlung mit Medikamenten oder anderen Maßnahmen.

Bei länger anhaltender Verstopfung kann es passieren, dass sich der Kot so stark verdichtet, dass eine normale Entleerung des Darms unmöglich wird. Dieser sogenannte Darmverschluss stellt eine lebensbedrohliche Situation dar. Die Ansammlung des Stuhls führt zu einer Ausweitung des Darms, was Verletzungen der Darmwand nach sich ziehen und die Funktionsweise benachbarter Organe beeinträchtigen kann. Gelangen Krankheitserreger in den Darm oder in die Blutbahn, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Neben der Verstopfung treten bei einem Darmverschluss meist folgende Symptome auf:

  • Bauchkrämpfe
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Fieber

Suchen Sie bei diesen Anzeichen unbedingt sofort einen Arzt auf oder gehen Sie in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses.

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Peggy Richter
Redakteur/in